Dass auf de, Schlossturm in Karlsruhe die Landesflagge von Baden-Württemberg wehte, und nicht mehr die badische Landesflagge, hatte im badischen Landesteil für Unmut gesorgt. Foto: dpa

Der Flaggenstreit mit Baden soll nach dem Willen des Ministerpräsidenten Kretschmann dauerhaft beigelegt werden. Er kündigte am Donnerstag eine liberalere Flaggenverordnung an.

Karlsruhe - Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) ist zuversichtlich, dass der Südwesten noch in diesem Jahr eine neue Flaggenverordnung erhält. „Wir sind dabei, eine neue Verwaltungsvorschrift zu erarbeiten“, sagte er am Donnerstagabend beim Festakt zum 100-jährigen Bestehen des Badischen Landesmuseums in Karlsruhe. Dabei werde man eine Regelung finden, die gerade für Kultureinrichtungen freizügig gefasst sei, sagte er unter großem Applaus der Festgäste.

Hintergrund ist ein kurioser Flaggenstreit, der vor einem Jahr die Gemüter in Baden erregte. Er hatte sich an einer roten Fahne entzündet, die das Badische Landesmuseum im Frühjahr 2018 anlässlich der Revolutionsausstellung gehisst hatte. Nachdem sich ein Bürger am revolutionären Symbol auf der ehemaligen Residenz der badischen Markgrafen gestört hatte, musste auch die badische Flagge abgehängt werden, die zuvor über Jahre unbehelligt im Wind geflattert hatte.

Dank einer Ausnahmeerlaubnis durch Kretschmann durfte die Baden-Flagge danach wieder über dem Karlsruher Schloss flattern. Zum Festakt anlässlich des 100-jährigen Bestehens und dem Besuch des Regierungschefs hatte das Badische Landesmuseum am Donnerstag aber wieder die baden-württembergische Flagge gehisst. Kretschmann freute es. Er revanchierte sich mit einer launigen Rede und dem Versprechen, dass die neue Verordnung freizügiger wird als die bestehende.

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