Der Staat fördert Gebäudeautomation im Neubau und Bestandsbau – dieser Artikel stellt einige der aktuellen Fördermöglichkeiten vor. Foto: SYS.TEC

Klimaschutz geht uns alle an – und er beginnt für immer mehr Menschen zu Hause. Deshalb fördert der Staat Smart Home Technik bei Neubauten und Sanierungen. Welche Maßnahmen wie gefördert werden, verrät dieser Artikel.

Stuttgart - Magda möchte Energie sparen, Klaus will barrierefrei wohnen und für Liese steht der Schutz vor Einbrechern ganz vorne: Wenn es um das intelligente Zuhause geht, sind die Wünsche so unterschiedlich wie die Bewohnenden. Die gute Nachricht für alle, die modernisieren oder neu bauen möchten: Der Staat beteiligt sich finanziell an Baumaßnahmen, welche die Energieeffizienz, die Sicherheit und den Komfort erhöhen. Denn mit dem Klimaschutzprogramm 2030 verfolgt die Bundesrepublik ehrgeizige Ziele: Die CO2-Emissionen sollen bis 2030 um 55 Prozent sinken.

Dieser Artikel erklärt, was gefördert wird und wie die Förderungen beantragt werden können. Außerdem stellt er kurz und knapp die neue Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) vor. Ein wichtiger Tipp vorneweg: Die Förderanträge sollten rechtzeitig gestellt werden, bevor die smarte Haustechnik in Auftrag gegeben wird. Dies ist in den meisten Fällen Voraussetzung für die Förderfähigkeit.

BEG, KfW, BAFA – Durchblick im Antragsdschungel

Der Gesetzgeber hat die Förderung von KfW und BAFA neu organisiert. In dem Zusammenhang steht die Abkürzung BEG für „Bundesförderung für effiziente Gebäude“. Diese ist seit 2021 relevant. Kurz gesagt soll es nur noch drei Arten von Förderprogrammen geben:

  1. Förderprogramme für Einzelmaßnahmen
  2. Förderprogramme für Neubau und Komplettsanierung von Wohngebäuden
  3. Förderprogramme für Neubau und Komplettsanierung von Nichtwohngebäuden

Auch die Zuständigkeiten wurden neu geregelt: Für Zuschüsse ist das BAFA (Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle) zuständig, für Förderkredite die KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau).

Smart Home Fördermöglichkeiten im Überblick

Smarte Technik nachrüsten

Automatisierte Heizung und Klimatechnik, Lichtsteuerung, Tür- und Fenstersensoren, Überwachungskameras, intelligenter Sonnenschutz oder Notrufsysteme: Mithilfe eines KNX-Bussystems oder alternativ einer Funklösung lassen sich Einzelmaßnahmen im Bestandsgebäude einfach nachrüsten. Diese erhöhen die Sicherheit, sparen Energie und machen das Leben nebenbei komfortabler. Die KfW fördert solche Nachrüstungen über das Förderprogramm „Altersgerecht umbauen“. Wie alt die Antragstellenden sind spielt dabei keine Rolle, das Programm ist für Menschen jeden Alters gedacht. Möglich ist entweder ein zinsgünstiger Kredit von bis zu 50.000 Euro oder ein Zuschuss von bis zu 6.250 Euro.

Smart Home plus energetische Sanierung

Für alle die das eigene Haus oder die eigene Wohnung mit einem KNX-Bussystem ausstatten und zeitgleich energetisch sanieren möchten, ist das KfW-Programm „Energieeffizient sanieren“ interessant. Es basiert ebenfalls auf einem Kredit oder Zuschuss, allerdings sollten mit der Sanierung die Kriterien eines KfW-Effizienzhauses erfüllt werden. Für die Komplettsanierung sind bis zu 120.000 Euro als Förderkredit erhältlich, für Einzelmaßnahmen bis zu 50.000 Euro. Dazu gibt es einen Tilgungszuschuss von maximal 48.000 Euro. Wer sich für die Baubegleitung durch einen Energieeffizienz-Experten entscheidet, für den sind weitere 4.000 Euro Förderung möglich. Detaillierte Informationen zu den genannten Förderprogrammen bietet die Website der KfW.

Heizen: Energieeffizient mit Wärmepumpe

Regenerative Energien statt alter Heizung? Den Einbau einer smarten Wärmepumpe bezuschusst der Staat seit 2021 mit bis zu 45 Prozent Kostenübernahme. Für alle die neu bauen und sich für eine Wärmepumpe als Heizsystem interessieren: Ab Juli 2021 laufen auch Förderkredite für Neubauten über die Bundesförderung effizienter Gebäude (BEG). Näheres zu den Fördermaßnahmen für Wohngebäude und zur Antragsstellung gibt es auf der BAFA-Website.

Übrigens gibt es neben der Förderung via KfW oder BAFA auch die Möglichkeit, einen Steuerfreibetrag zu nutzen. So können beim Finanzamt pro Jahr 5.000 Euro für Handwerkerleistungen geltend gemacht werden. Dabei gilt jedoch das Motto „entweder – oder“, also Steuerfreibetrag oder BAFA-/KfW-Förderung.

Ideen und Beispiele rund um die Förderung von Smart Home Maßnahmen finden Sie in der Bildergalerie!

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