Jens Theobaldt (links) und Rainer Moritz gelten als Favoriten für die Bürgermeisterwahl. Foto: privat

Um die Nachfolge von Bürgermeister Andreas Koch bewerben sich Rainer Moritz und Jens Theobaldt. Hat das Vorschlagsrecht der Grünen Auswirkungen auf die Wahlentscheidung im Gemeinderat?

Filderstadt - Die Wahl zum neuen Beigeordneten in Filderstadt wird spannend. Davon kann man bereits jetzt ausgehen, obwohl noch gar nicht alle Kandidaten bekannt sind. Bisher sollen es vier sein, die Stadtverwaltung will dies jedoch nicht bestätigen. Der Bewerbungsschluss sei schließlich erst am heutigen Freitag um 24 Uhr, betont Hauptamtsleiter Waldemar Kolb.

Trotz der daraus folgenden Ungewissheit ist bereits klar, dass unter den Kandidaten zwei Männer sind, denen die Gemeinderatsfraktionen gute Chancen für die Nachfolge von Bürgermeister Andreas Koch einräumen. Der frühere Fraktionschef der Grünen, Rainer Moritz, und der Leiter des Amts für Familie, Schulen und Vereine Jens Theobaldt steigen in den Ring. Beide Bewerber sind bestens mit der Stadt und den Themen, die sie bewegen, vertraut. Während der amtierende Kreisrat und frühere Fraktionschef der Grünen, Rainer Moritz, von der kommunalpolitischen Ebene kommt, ist Jens Theobaldt als Amtsleiter bestens mit der Verwaltungsebene vertraut.

Beide Bewerber sind mit der Stadt vertraut

Beide Bewerber kennen die Stadt sehr gut. Der 46-jährige Diplom-Verwaltungswirt Jens Theobaldt ist in Bonlanden aufgewachsen und hat am Eduard-Spranger-Gymnasium sein Abitur gemacht. Der 54-jährige studierte Agrarwissenschaftler Rainer Moritz wohnt in Bonlanden und betreibt dort die Sprossengärtnerei Keimland mit sechs Angestellten.

Unklar ist bisher noch, welchem dieser beiden Kandidaten die besseren Chancen einzuräumen sind. Gewählt wird am 27. Januar – und zwar vom Gemeinderat. Bisher wurden die Stellen im Dreigespann Oberbürgermeister und Beigeordnete meistens nach dem Proporz besetzt. Das heißt: Diejenigen Fraktionen, die am meisten Mitglieder hatten, stellten eine oder auch mal zwei der drei Führungskräfte. Die derzeitige Verteilung: Oberbürgermeister Christoph Traub und Bürgermeister Andreas Koch gehören der CDU an, Bürgermeisterin Susanne Schreiber ist dagegen auf den Vorschlag der Freien Wähler in ihr Amt gekommen.

Vorschlagsrecht bei den Grünen

Die bisherige Praxis bei der Besetzung der Beigeordneten­stellen findet übrigens in der Gemeindeordnung einen gewissen Rückhalt. Demnach soll bei der Wahl der Beigeordneten die Fraktionsstärke im Gemeinderat widergespiegelt werden. „In Filderstadt ist dies bisher so gewesen“, sagt Hauptamtsleiter Kolb. Er misst allerdings der Regelung der Gemeindeordnung nur eine „geringe normative Bindungswirkung“ bei. Sollte trotzdem das bisherige Prozedere beibehalten werden, läge das Vorschlagsrecht bei den Grünen. Zusammen mit Andy Schmidt (Linke) bilden sie mit acht Stadträten die zweitgrößte Fraktion nach den Freien Wählern (neun Stadträte). Demnach hätte Rainer Moritz als Kandidat der Grünen die besten Karten.

Der FW-Fraktionschef Stefan Hermann ist der Meinung, dass das Vorschlagsrecht der Grünen ein gewisses Gewicht bei der Entscheidung hat. Es müsse allerdings auch die Person und Qualifikation berücksichtigt werden. Das Vorschlagsrecht außer Acht lassen wollen dagegen die Fraktionsvorsitzenden Ulrich Steck (CDU), Walter Bauer (SPD) und Dennis Birnstock (FDP). Ihre Fraktionsmitglieder würden unter allen Kandidaten denjenigen aussuchen, den sie für den Besten hielten, sagen sie.

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