Die Jugendlichen in Filderstadt sollen zu Wort kommen. Foto: dpa

Was wünschen sich Heranwachsende in Filderstadt? Diese Frage wird bei einem Jugendforum beantwortet. Die 14- bis 21-Jährigen haben dann das Wort.

Filderstadt - In das Jugendforum werden große Erwartungen gesetzt. Die Erwachsenen (Stadträte und Verwaltung) wollen wissen, wo die Jugendlichen der Schuh drückt. Am 4. Oktober können sie ihre Wünsche äußern, und falls diese realisierbar sind, auch darauf hoffen, dass sie erfüllt werden.

Denn eines ist spätestens seit Montag klar: Es gibt in Filderstadt ein Defizit – vor allem bei der offenen Jugendarbeit. Dies machte Stadtjugendreferent Benjamin Götz klar, als er im Bildungs-, Kultur- und Sozialausschuss eine Bestandsaufnahme der Angebote im Jugendbereich präsentierte. Er wies zwar darauf hin, dass es viele Angebote der Vereine gebe. Im Bereich der offenen Jugendarbeit herrsche jedoch Handlungsbedarf. Der Jugendreferent hielt nichts davon, wenn die Angebote im Schulalltag stattfinden. „Man hat die Jugend pädagogisiert“, sagte Götz und forderte pädagogikfreie Räume.

Ein 30-jähriges Provisorium

Ein solcher ist das Kinder- und Jugendzentrum „Z“ in Bernhausen. Weil das aber in die Jahre gekommen ist, bräuchte es nach Einschätzung von Götz eine Auffrischung. „Es handelt sich dabei um ein 30-jähriges Provisorium“, sagte er bezüglich des „Z“ und wies zusätzlich darauf hin, dass Dinge, die im Moment aktuell und angesagt sind in fünf Jahren bereits überholt sein können.

Die Zeit sei sehr schnelllebig. Die Technisierung schreite immens voran. Ein Drittel der Berufe, die von den jetzt geborenen Kindern ergriffen würden, seien uns heute noch gar nicht bekannt, sagte der Stadtjugendreferent. Generell gelte jedoch, dass Themen wie Mobilität und Erreichbarkeit für die jungen Menschen, die kein Auto haben immer sehr wichtig seien.

Der Jugendreferent stellte infrage, ob alle Jugendlichen im Jugendgemeinderat, der an sich eine sehr gute Arbeit mache, repräsentiert würden. Leider sei es so, dass im JGR eher die höheren Bildungsschichten vertreten sind. Hinzu komme, dass das Jugendgremium nur zwei Jahre Zeit habe, um sich mit der Verwaltungspraxis und -sprache vertraut zu machen.

Jugendforum alle zwei Jahre veranstalten

Darin sah auch der Jugendgemeinderat Lucas Osterauer ein Problem. Er regte deshalb an, alle zwei Jahre ein Jugendforum zu veranstalten. „Möglichst dann, wenn der Jugendgemeinderat seine Arbeit aufnimmt“, sagte er. Dann wisse der, was den Jugendlichen am Herzen liegt. Er beklagte, dass es in Filderstadt deutlich mehr Angebote für Kinder als für Jugendliche gebe. Als ein ganz wichtiges Thema stufte Osterauer die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum ein. Wenn man für die Altenpflege immer mehr junge Leute brauche, müsse man für sie auch billigen Wohnraum schaffen.

Dass dies ein Thema ist, das die Stadträte umtreibt, wurde bei der Aussprache im Ausschuss deutlich. Die Sprecher der Fraktionen setzten außerdem darauf, dass beim Jugendforum die Wünsche und Themen, die den Filderstädter Jugendlichen am wichtigsten sind, benannt werden.

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