Filderstadt Hip-Hopper ertanzen sich Spitzenplätze

Von Claudia Barner 

Fabian Spiess, Marius Paintner und Celine Kühnle (von links) von T.H.E. Quest Foto: Barner
Fabian Spiess, Marius Paintner und Celine Kühnle (von links) von T.H.E. Quest Foto: Barner

Tänzer der Tanzschule Tanzwelten aus Filderstadt haben sich unter 1000 Teilnehmern bei den Süddeutschen Meisterschaften gleich mehrere gute Platzierungen gesichert. Wir haben mit den jungen Leuten darüber gesprochen, was für den Erfolg besonders wichtig ist.

Filderstadt - Drei Minuten und zehn Sekunden – mehr Zeit bleibt nicht, um alles richtig zu machen. Die Bewegungsabläufe sitzen, der Ausdruck stimmt, die Hip-Hop-Formation aus Filderstadt wirbelt als synchrone Einheit über die Bühne der Stadthalle in Schwabmünchen. Die Streetdancefactory (SDF) hatte im Juli zu den Süddeutschen Meisterschaften der Hip-Hopper geladen, und die Turnierformation T.H.E. Quest der Tanzschule Tanzwelten aus Filderstadt hat überzeugt. Die Wertungsrichter waren sich am Ende des Wettbewerbs einig: Die Crew aus Filderstadt hat den ersten Platz verdient.

Marius Paintner, Fabian Spiess und Celine Kühnle waren dabei, als die tanzbegeisterten Jugendlichen von den Fildern ihren jüngsten Erfolg verbuchen konnten. Elvira Klein, die Geschäftsführerin der Tanzschule, weiß, wie viel Schweiß und Mühe dahinter stecken. „In den Wochen vor den Meisterschaften haben die Tänzerinnen und Tänzer mit den beiden Trainern Jay Lang und Sascha Priklopil bis zu fünf Stunden in der Woche trainiert“, erzählt sie. Für Marius, Fabian und Celine ist das kein Problem. Sie sind sich einig: „Wir haben Spaß und wollen zusammen etwas erreichen. Ohne Leistungsbereitschaft geht das eben nicht.“ Die Grundschritte und Routines müssen sitzen. Darauf wurde die Choreografie aufgebaut, die aus Elementen des Hip-Hop, Breakdance, Streetdance, Jazz und Ballett besteht. Gemeinsam hat sich die zwölfköpfige Formation ein Thema überlegt und die passende Musik dazu gewählt. „Wir haben unseren Auftritt mit dem Titel ,Respekt‘ überschrieben“, berichtet Marius Paintner.

Es stärkt nicht nur die Fitness, sondern auch soziale Kompetenz

Der 17-Jährige ist ein gutes Beispiel dafür, wie sich aus der jugendlichen Begeisterung für ein Lebensgefühl und einen Musikstil ein Hobby entwickeln kann, das nicht nur die Fitness, sondern auch die soziale Kompetenz stärkt. Seine Mutter Carmen, die in den Tanzwelten als Fitness-Trainerin arbeitet, hat für den Filius vor sechs Jahren eine Schnupperstunde im Hip-Hop-Kurs organisiert. „Das hat mir gleich gefallen“, erinnert sich Marius, der heute zu den Leistungsträgern der Formation aus Filderstadt gehört. Der Schüler engagiert sich mittlerweile selbst als Hip-Hop-Trainer, hat es als Solo-Tänzer bei Europameisterschaften schon mal bis ins Halbfinale geschafft und ist bei den Süddeutschen Meisterschaften in Schwabmünchen auch in den Solo- und Duo-Wettbewerben angetreten. „Die Einzelauftritte sind besonders anspruchsvoll“, erklärt Elvira Klein. Denn die Tänzer wissen vor dem Wettbewerb nicht, zu welcher Musik sie tanzen werden. „Das funktioniert im Kamikaze-Modus. Die Vorbereitung ist deshalb schwierig“, ergänzt Marius. Er hat die Basics und die verschiedenen Stilrichtungen noch einmal vertieft und sich dann auf sein Gefühl verlassen. „Kreativität und Spontaneität sind wichtig“, sagt er.

Für Marius hat das Konzept funktioniert. Er hat in der M-Reihe der Boys bei der SDF-Meisterschaft den ersten Platz belegt. Platz zwei sicherte sich sein Formations-Kollege Fabian Spiess. Auch er sagt: „Ich tanze nach Feeling“ also nach Gefühl. Der junge Mann, der sich im Alltag eher als zurückhaltend erlebt, hat im Tanz eine ganz neue Form des Ausdrucks gefunden. „Beim Tanzen fällt es mir viel leichter, selbstbewusst aufzutreten. Da bin ich ein anderer Mensch“, sagt er.

Auf Kreativität und Spontaneität kommt es an

Teamfähigkeit, Disziplin, der Umgang mit Kritik und natürlich Musikalität sowie die sportliche Herausforderung – für die jugendlichen Hip-Hopper ist der Tanzsport auch eine Schule fürs Leben. Sich bewegen können viele. Doch gerade in der Formation stehen der gegenseitige Respekt und das ausgewogene Miteinander im Mittelpunkt. Elvira Klein sieht hier den Schlüssel zum Erfolg. Sie ist davon überzeugt: „Wir sind in Schwabmünchen auch durch unser gutes Crew-Feeling aufgefallen.“

Lesen Sie jetzt