Trödel zu Schnäppchenpreisen und neue Kontakte gratis dazu, das hat es am Samstag beim ersten Hofflohmarkt in Bernhausen gegeben. Foto: Thomas Krämer

In Filderstadt-Bernhausen hat es zum ersten Mal einen Hofflohmarkt gegeben. Trotz des unglücklich gewählten Termins sind die Anbieter mit der Premiere zufrieden gewesen. Wir haben uns bei den Verkäufern und Schnäppchenjägern umgehört.

Bernhausen - Alte Schallplatten, Bücher, Geschirr, Küchengeräte, Spielzeug. In einige Straßen in Bernhausen war an diesem Samstag Flohmarkt. In mehr als zehn Höfen und Garagen wurden Dinge feilgeboten, die man selbst nicht mehr brauchte, die jedoch für andere von Interesse sein könnten.

So wie das auf Vinyl gepresste Wunschkonzert mit Roy Black. „Das hat die Oma ausgemustert“, sagte Regine Thorns, die zusammen mit ihrem Mann Jochen vor ihrem Haus an der Talstraße einen kleinen Stand aufgebaut hat. „Der Hofflohmarkt ist eine tolle Idee“, sagt Jochen Thorns und ist bei der Premiere der Veranstaltung zufrieden mit dem Zuspruch. „Und man lernt zudem neue Leute kennen“, ergänzt seine Frau Regine.

In China gibt es keine Flohmärkte

Ein paar Hundert Meter weiter haben Nathalie und Christine Wagner lange Tische an der Hauswand aufgestellt und darauf vor allem Geschirr und Haushaltsgeräte gestapelt. „Wir haben zu spät vom Flohmarkt erfahren und uns spontan zum Mitmachen entschieden“, sagt Nathalie Wagner und stellt einen französischen Dampfkochtopf auf den Tisch. „Die Cocette gehört in Frankreich in jeden Haushalt“, erklärt sie. Währenddessen begutachten Jörg Philipp und Wsana Wu das üppige Angebot der beiden Frauen. „Flohmärkte gibt es in China nicht“, sagt der in Bernhausen lebende Mann, der einige Zeit in dem asiatischen Land verbracht hat und sich freut, endlich wieder einmal stöbern zu können. Dort würden keine gebrauchten Dinge verkauft. „Man glaubt, dass das Unglück bringt“, ergänzt er und greift zu einem Weinkorken, an dem eine kleine Kette hängt – und steigt mit Nathalie Wagner in eine kurze Verkaufsverhandlung ein. Für 2,50 Euro wechselt das Teil seinen Besitzer.

Schräg gegenüber sitzt Carlos Fischer und verkauft nicht mehr benötigtes Spielzeug „von mir und meinem Bruder“, wie der 14-Jährige sagt. Fast-Nachbar Stefan Heymann hat Bierbänke in die Garage gestellt, auf denen vom Spielzeugbagger bis zum Werkzeug so ziemlich alles zu finden ist, was man vielleicht einmal brauchen könnte. Wie Thorns betont er den sozialen Aspekt. „Es ist toll, durch so eine Aktion Geselligkeit in die Straße zu bringen“, sagt Heymann.

Nachbarn bilden eine Whatsapp-Gruppe

An der Wiesenstraße hat sich ein ganzer Hinterhof in einen Flohmarkt verwandelt. „Rund ein Dutzend Nachbarn haben sich zusammengetan“, sagt Monika Jonazick, die zusammen mit ihrer eigens aus Göppingen angereisten Freundin Maria Certo einen der Stände aufgebaut hat. Sogar Kaffee, Waffeln und Kuchen werden hier angeboten. „Ich bin über das große Interesse am Flohmarkt total überrascht“, sagt die Frau, die erst seit dem vergangenen Sommer dort wohnt und durch den Flohmarkt etliche Nachbarn und deren Freunde kennengelernt hat. „Wir haben sogar eine eigene Whatsapp-Gruppe gebildet“, ergänzt sie. Und dieser soziale Aspekt ist für sie mindestens so wichtig wie der Umsatz.

Kritik wurde von einigen Anbietern am Termin laut. Denn der Pfingstsamstag war gleichzeitig der erste Ferientag, den viele für die Fahrt in den Süden genutzt haben. Außerdem heirateten an diesem Tag Meghan Markle und Prinz Harry. Die royale Hochzeit dürfte den einen oder anderen vor das TV-Geräte gelockt haben.

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