Das Feuerwerk hat beim Lichterfest auf dem Killesberg schon Tradition. Foto:  

Nicht nur der verantwortliche Pyro-Techniker, sondern auch Stuttgarts Stadtklimatologe sieht keine Probleme für die Luftqualität durch das Feuerwerk beim Lichterfest auf dem Killesberg.

Stuttgart - In Zeiten von Klimadebatte und Feinstaubalarm werden Feuerwerke von manchen Bürgern mit Argwohn betrachtet. Doch das ist – wenigstens, was das Lichterfest am Samstag auf dem Killesberg angeht – unbegründet. Rainer Kapp, der Stadtklimatologe beim Stuttgarter Umweltamt, sieht dadurch keine Probleme für die Luftqualität.

„Die Belastung mit Feinstaub ist insbesondere im Talkessel im Bereich der B 14 hoch“, erklärte Kapp auf Anfrage. „Das Einzelereignis am Killesberg führt lokal nicht zu einer Grenzwertverletzung oder Verschärfung der Situation hinsichtlich der Einhaltung der Grenzwerte.“ Anders als im Winter im Talkessel seien im Sommer auf dem Killesberg die „Austauschbedingungen“ der Luft gut, erläutert der Stadtklimatologe die Unterschiede.

2720 Feuerwerkskörper werden abgeschossen

Er bestätigt damit im Grundsatz die Einschätzung des Pyrotechnikweltmeisters Joachim Berner, der mit seiner Firma das abschließende Feuerwerk beim Lichterfest verantwortet. Berner hatte in dieser Zeitung gesagt, bei der 26-minütigen Lichtershow am Samstag von 22.15 Uhr an würden zwar insgesamt 2720 Feuerwerkskörper in 2250 Abschussrohren gezündet, dennoch entstünden dadurch nur etwa 60 Gramm Feinstaub.

In dieser Hinsicht ist der Experte vom Amt zurückhaltender. „Es gibt keine Zahlen, es wurde bisher nicht gemessen“, sagt Kapp. Und auch Berners Vergleich mit dem Abbrennen von Grillkohle – die 600 Kilogramm bei der Show eingesetzten Feuerwerkskörper entsprächen 60 Säcken oder 600 Kilogramm Grillkohle – will der Stadtklimatologe nicht mitgehen. Er sagt dazu: „Brandsätze für Feuerwerkskörper bestehen nur zu einem geringen Teil aus Aktivkohle. Ein großer Teil davon sind Salze in metallischen Verbindungen, insofern setzen sich auch die Rauchgase anders zusammen, es entstehen andere Temperaturen, der Abbrand ist ein ganz anderer.“ Der Vergleich stimme also „sicher nicht“, betont Rainer Kapp.

Konstanz denkt über eine Abschaffung nach

Die Diskussion über die Umwelteffekte von Feuerwerken ist nochmals angeheizt worden durch Überlegungen der Stadt Konstanz, die im Zuge des dort ausgerufenen Klimanotstands erwägt, das alljährliche Feuerwerk beim Seenachtsfest von 2020 an abzuschaffen. Die Entscheidung in der Bodenseestadt steht aber noch aus.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: