Ludwigsburg ist zufrieden mit dem System der Grünen Welle. Foto: Achim Zweygarth

Die Stadt Ludwigsburg ist zufrieden mit der intelligenten Ampeltechnik und will sie optimieren. Die Feuerwehr nutzt das System inzwischen im Erstfall. In manchen Fällen kann das Ampelsystem Feuerwehrleute jedoch auch behindern.

Freiburg/Ludwigsburg - Ein Jahr lang hat die Stadt Ludwigsburg ein intelligentes Ampelsystem getestet. Nachdem das Pilotprojekt im April abgeschlossen wurde, hält die Stadt an der neuen Technik fest. Stadtsprecherin Karin Brühl: „Wir sind zufrieden mit der Technik und möchten das System weiter optimieren.“ Mit dem System können Feuerwehrfahrzeuge via Funk direkt mit Ampeln kommunizieren. Die Feuerwehr verwendet die Technik inzwischen im Ernstfall.

Dank Grüner Wellen können Feuerwehrleute mit ihren Rettungsfahrzeugen schneller zu Notfällen kommen. Das Verkehrsministerium sieht einen Vorteil insbesondere in größeren Städten, wo die Fahrzeuge viele Knotenpunkte passieren müssen. Die Stadt Freiburg nutzt ebenfalls ein intelligentes System. Dort senden die Feuerwehrfahrzeuge ihre Position an eine Zentrale, die wiederum alle Ampeln, denen sich das Fahrzeug nähert, grün schaltet – anders als in Ludwigsburg, wo die Fahrzeuge direkt mit den Ampeln kommunizieren.

Intelligente Ampelsysteme sind umstritten

Andere Städte sind kritisch – zum Beispiel die Landeshauptstadt. Sie kann sich die Umsetzung eines intelligenten Ampelsystems nicht vorstellen: „In Stuttgart haben wir drei verschiedene Verkehrsrechner und vier Hersteller von Steuergeräten. Deshalb ist es in dieser Form nicht umsetzbar“, erläuterte eine Sprecherin. Kleinere Städte hätten oft nur einen Verkehrsrechner und den gleichen Hersteller für die Ampel-Steuergeräte. Mit dem Deutschen Roten Kreuz ist die Stadt jedoch im Gespräch, ob Rettungsfahrzeuge möglicherweise Vorrechte wie etwa Busse erhalten könnten.

Technik kann Retter auch aufhalten

Selbst die Retter sind sich uneinig, ob solche Systeme nur Vorteile bieten. „Für uns wäre eine Grüne Welle hinderlich“, sagt ein Sprecher des Kreisfeuerwehrverbands Karlsruhe. Da die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr zunächst selbst mit dem Auto zum Feuerwehrgebäude kommen müssten, sei die Schaltung eher kontraproduktiv. Das Ampelsystem könnte den allgemeinen Verkehr blockieren. „Wir arbeiten im Intervallsystem, bei dem die Feuerwehrmänner, die zuerst in der Zentrale sind, auch zuerst losfahren“, erläuterte der Sprecher. Somit würden einzelne Feuerwehrfahrzeuge in schwereren Fällen mehrmals die Grüne Welle auslösen.

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