Der fiktive Flächenbrand war dank der Routine der Jugendfeuerwehr nach wenigen Minuten gelöscht. Foto: Georg Linsenmann

Beim Feuerwehr-Fest in Stammheim übte die Jugend bei einem fiktiven Flächenbrand – und die Aktiven mussten derweil zweimal zu echten Einsätzen ausrücken.

Stammheim - Erst die Arbeit, dann das Vergnügen! Dieses Motto galt am Samstag für die Freiwillige Feuerwehr Stammheim doppelt, denn ein halbe Stunde vor der Eröffnung der Hocketse beim neuen Feuerwehrhaus musste sie nach Zuffenhausen ausrücken, um einem Brandmelder-Alarm bei einem Lebensmittelhändler auf den Grund zu gehen. Doch kaum waren „eine technische Panne“ als Grund des Fehlalarmes ausgemacht und die Aktiven zurück im Depot, ging es in die andere Richtung. Denn in Stammheim hatte ein Haus-Rauchmelder angeschlagen. Das von angebranntem Essen entfachte Problem bekamen die Bewohnen aber selbst in den Griff, sodass die Wehr nur nacharbeiten musste.

Der nächste Alarm brachte die Jugendfeuerwehr auf Trab. Das aber war von langer Hand geplant: ein Flächenbrand auf der Wiese beim Feuerwehrhaus – eine Schauübung des Nachwuchses, bei der alles wie am Schnürchen klappte. Ratzfatz hatten Fynn und Fabian den Hydranten gesetzt, und nach zwei Minuten war schon Wasser auf dem ersten Rohr, weil auch der von Anne und Robin angeführte Schlauchtrupp flink zu Werke ging. Der „Flächenbrand“ hatte natürlich keine Chance. Umso mehr Kinder, die mit etwas Abstand den Sprühnebel zu einer Abkühlung von der ersten Sommerhitze nutzten.

Engagierter Feuerwehr-Nachwuchs

Bei der Nachbesprechung war die zehnjährige Anne sehr zufrieden mit der Schauübung. „Die anderen haben es aber auch gut gemacht.“ Denen hatte sie beim Aufrollen der Schläuche den Vortritt gelassen: „Das muss ich noch üben.“ Alle zwei Wochen macht sie das und hat noch genug Zeit für Querflöte und Handball. „Aber ich nehme das sehr ernst“, betont sie und denkt daran, dass sie „vielleicht mal Menschen retten muss“. Bennet findet sich mit Feuerwehr und Schule „voll ausgelastet“, er ist nicht zuletzt „von den Geräten“ fasziniert. Wie die Handgriffe vorhin, so sitzen nun auch die Begriffe, sodass er beim Runterrattern der Handlungskette bestimmt eine Eins bekäme, wenn es ein Vokabeltest wäre. Die Anderen sitzen mit spitzen Ohren dabei, und Fabian sagt: „Wir sind eine coole Gruppe.“

Benjamin Eberbach und Stefan Hetzler stimmen zu: „Um den Nachwuchs müssen wir uns keine Sorgen machen“, sagt Eberbach, „und jedes Jahr wechseln ein, zwei zu den Aktiven zwei“. – „Deshalb haben wir eine stabile Größe“, sagt Hetzler. Doch nicht nur die Wehr hat etwas von der Jugendarbeit, auch die jungen Leute selbst profitieren davon. „Die Eltern bestätigen uns das immer wieder“, berichtet Eberbach: „Sie erleben sozialen Zusammenhalt und lernen Werte wie Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit, sprechen in ganzen Sätzen, gehen anständig miteinander um. Wir haben aber auch ein offenes Ohr für sie. Für Schulsachen, für Liebeskummer.“ – „Aber die Kids sehen auch, dass man der Gesellschaft was zurückgeben sollte“, ergänzt Eberbach. Und wenn jemand mal doch nicht pünktlich ist? „Dann muss er für die anderen Kuchen backen.“

Als am Abend die „Entflamm-Bar“ mit DJ-Tanzmusik geöffnet hatte und die Hocketse-Bänke fast bis auf den letzten Platz gefüllt waren, gab es vor Ort schon wieder Alarm: In Zuffenhausen brannte ein Stromverteilerkasten: „Das hatten wir noch nie“, sagt Abteilungskommandant Christian Frey, „dreimal Alarm bei der Hocketse. Aber es ist auch sonst schon ein sehr intensives Jahr.“

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