Das Zeltlager am Edelmannshof hätte dieses Jahr seinen 55. Geburtstag gefeiert. Foto:  

Die Zeltfreizeit Edelmannshof fällt aus. Andere Ferienangebote wie Sportwochen oder das Waldheim Stetten finden trotz des Coronavirus’ statt. Allerdings sind durch Hygieneauflagen einige Änderungen nötig.

Waiblingen/Schorndorf - Ein etwas komisches Gefühl sei das schon, sagt Nikola Giek. Seit rund 20 Jahren war Jahr für Jahr klar, wo er die ersten beiden Wochen der Sommerferien verbringt: im Zeltlager beim Edelmannshof in der Nähe von Rudersberg. Seine Karriere dort hat er als sehr junger Teilnehmer begonnen und ist dann später als Betreuer wiedergekommen. Seit sechs Jahren leitet Nikola Giek das legendäre Zeltlager, das in diesem Jahr seinen 55. Geburtstag gefeiert hätte.

Doch daraus wird nichts, schuld ist, wieder einmal, das Coronavirus. Vor knapp drei Wochen habe er den Eltern abgesagt, berichtet Giek: „Das Hauptproblem war, dass wir sehr lange keine Informationen von den Behörden bekommen haben und wir den Eltern Rückmeldung geben wollten, damit sie planen können.“ Kurz nach der Absage sei dann bekannt gegeben worden, dass eine Freizeit mit bis zu 100 Teilnehmern möglich sein wird.

Ferienstimmung angesichts der vielen Bestimmungen?

Das Zeltlager, das rund 70 Kinder zwischen sechs und 13 Jahren aufnimmt, hätte also stattfinden können. Nikola Giek und sein Team bedauern zwar, dass es in diesem Jahr ausfällt, sie waren sich aber einig, dass angesichts der vielen Bestimmungen wohl ohnehin keine richtige Ferienstimmung aufgekommen wäre.

Finanziell sei die Absage kein Problem. „Wir haben ja keine Fixkosten für die Unterkunft und den Einkauf machen wir erst kurz vor dem Zeltlager.“ Den Besitzern der Wiese, auf der die Camper sonst ihre Zelte aufschlagen, habe man die Lage erklärt und abgesagt, erzählt Giek. Er hofft, dass das Zeltlager im Jahr 2021 wieder wie gewohnt stattfinden kann. Und überlegt, ob er mit seinem Betreuerteam für einige Tage auf der Wiese ein kleines Zelt aufschlägt – zur Einstimmung aufs nächste Jahr.

Viele städtische Ferienprogramme finden statt

Das Zeltlager am Edelmannshof ist eine der wenigen Ferienaktionen im Rems-Murr-Kreis, die in diesem Sommer komplett ausfallen. Die Großen Kreisstädte, wie zum Beispiel Waiblingen, Weinstadt und Schorndorf, aber auch viele kleinere Gemeinden wie Korb oder Remshalden bieten ihre bewährten Ferienwochen- und Tagesprogramme an, oft jedoch mit einer reduzierten Teilnehmerzahl oder mit etwas abgespecktem Programm. „Wir versuchen, möglichst viele Angebote im Freien anzubieten und werden dafür extra Pavillons aufbauen“, berichtet etwa Isabelle Kübler, Fachbereichsleiterin Schule und Vereine in Schorndorf, von der Planung des Ferienprogramms.

Noch freie Plätze bei Sportwochen in Waiblingen und Schorndorf

Auch die beliebten Sportwochen des VfL Waiblingen oder der SG Schorndorf können stattfinden. Für die „Spowo“ Waiblingen gibt es noch einige wenige Plätze in den Wochen 4 und 5, also vom 24. August bis zum 4. September. Auch bei den Feriensportwochen in Schorndorf gibt es in der 3., 4. und 5. Ferienwoche noch freie Plätze. Die Teilnehmer müssen sich auf kleine Änderungen einstellen: Highlights wie der Kino- oder Freibadbesuch können dieses Jahr nicht stattfinden, zudem werden die kleinen Sportler in feste Gruppen eingeteilt. „Wir sind guten Mutes, dass wir den Kindern in dieser Zeit ein tolles Sport- und Betreuungsangebot machen können“, sagt Organisator Heiko Paule von der SG Schorndorf. Auch die Familienbildungsstätte Waiblingen (FBS) macht eine Ferienbetreuung, die wegen der verringerten Teilnehmerzahl aber ausgebucht ist.

Waldheim Stetten: Abschlussfest per Livestream

Großes Aufatmen auch in Stetten: das dortige Waldheim kann ebenfalls stattfinden. „Daran hatte ich schon nicht mehr geglaubt“, sagt Organisatorin Britta Fischer, die ebenfalls einiges am Programm ändern muss. Das fängt schon damit an, dass die 60 bis 70 Kinder morgens nicht zusammen zum Waldheim gehen, sondern in ihren festen Gruppen und auf unterschiedlichen Wegen. Frühstücksbüffet und gruppenübergreifende Spiele müssen gestrichen werden, auch die morgendliche Bibelgeschichte kann nicht wie sonst als Theaterstück aufgeführt werden. „Lautes Sprechen ist wie Singen nicht erlaubt“, erläutert Britta Fischer, die sich für ein anderes Waldheim-Highlight schon eine Lösung hat einfallen lassen: „Unseren Abschlussvorführungen können die Eltern per Livestream folgen.“

Ferienbetreuung in Fellbach mit neuem Konzept

In Fellbach bieten die Arbeiterwohlfahrt (AWO) und die Evangelische Kirche eine Ferienbetreuung an. Die Kirche, die sonst in freien Gruppen mit vielen Gemeinschaftsangeboten im Sami Khedira Stadion über vier Wochen eine Ferienbetreuung veranstaltete, hat ihr Konzept komplett umgekrempelt und den Standort in die Wichernschule verlegt, die als Ausgangsbasis und Schlechtwetterstation dient. Dort können vom 10. bis 28. August jeweils 70 Kinder zwischen sechs und elf Jahren teilnehmen. Die AWO nutzt wie gewohnt das Naturfreundehaus am Kappelberg, hat aber die Teilnehmerzahl leicht verringert – statt 95 Kinder können 85 Kinder pro Woche teilnehmen.

Mehr Infos zu den Ferienprogramm in Weinstadt, Waiblingen und Schorndorf.

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