Attraktion für junge Leute: Der Vergnügungspark beim Fellbacher Herbst. Foto: Nicklas Santelli

Zahlenmäßig deutlich aufgestockte Ordnungskräfte müssen beim Vergnügungspark wieder rivalisierende Jugendliche trennen. Insgesamt werden neun Körperverletzungen notiert. Das Sicherheitskonzept werten Stadt und Polizei als großen Erfolg.

Fellbach - Der Fellbacher Herbst hat erneut nicht nur Weinfreunde angelockt. Auch rivalisierende Jugendcliquen aus dem Rems-Murr-Kreis haben den Auftrieb wieder genutzt, um auf dem Rummelplatz am Rand des Festgeländes die Muskeln spielen zu lassen. Laut einer am Montag vorgelegten Bilanz von Polizei und Ordnungsamt gerieten Jugendliche aus Waiblingen und Fellbach am Freitag beim Vergnügungspark erneut aneinander.

Bereits im vergangenen Jahr hatten sich die rivalisierenden Gruppen mit und ohne Migrationshintergrund übers Smartphone geradezu verabredet, um gemeinsam über die Stränge zu schlagen. Folge war ein stundenlanges Katz-und-Maus-Spiel mit der Polizei. Die Sicherheitskräfte hatten alle Mühe, die Cliquen aus den Nachbarstädten zu trennen.

Eine Eskalation aber blieb aus

So weit wollten es die Ordnungskräfte bei der 71. Auflage des Fellbacher Herbsts nicht kommen lassen. Das Sicherheitspersonal war zahlenmäßig deutlich aufgestockt worden, um die bereits erwartete Neuauflage der Auseinandersetzung zu unterbinden – und von Beginn an sichtbare Präsenz zu zeigen. „Wir haben frühzeitig eingegriffen“, betont Klaus Auer, Leiter des Polizeireviers.

Zwar kam es auch am Freitag zu Randale, persönliche Beleidigungen und Frauengeschichten bildeten den Auftakt für diverse Handgreiflichkeiten. Eine Eskalation aber blieb aus – auch weil die Ordnungshüter mit zahlreichen Platzverweisen gegen die Jugendlichen durchgriffen. Insgesamt zogen die Polizei und das Ordnungsamt im Fellbacher Rathaus am Montag eine positive Bilanz. „Die gute Absprache und die interne Koordination, haben Wirkung gezeigt“, sagt Peter Bigalk, Leiter des Ordnungsamts. „Wir freuen uns, dass das Konzept, die Kräfte aufzustocken, frühzeitig ins Gespräch zu gehen und konsequent zu intervenieren, gut gewirkt hat“, heißt es in einer Mitteilung der Stadt. Insgesamt kam es zu drei leichten und sechs gefährlichen Körperverletzungen. Unter diesen Begriff fallen etwa Verletzungen durch Gegenstände oder Tritte mit schwerem Schuhwerk. Auch gemeinschaftlich begangene Übergriffe fließen unter diesem Stichwort in die Statistik ein.

Im Umfeld des Herbstes kam es auch zu zwei Verstößen gegen das Betäubungsmittelgesetz

Besondere Mühe hatte die Polizei in der Nacht von Freitag auf Samstag mit einem stark alkoholisierter Festbesucher aus Südhessen. Er war im Grünstreifen vor dem Best-Western-Hotel ohne Papiere aufgegriffen worden und setzte sich offenbar massiv gegen die Beamten zur Wehr. „In der Folge randalierte der angetrunkene Mann, verletzte sich an der Nase, wurde ins Krankenhaus gebracht und von einer Arbeitskollegin abgeholt, die er später beleidigte“, heißt es im Polizeibericht. Die Nacht verbrachte er schließlich auf dem Polizeirevier – und dürfte den Fellbacher Herbst auch wegen der juristischen Aufarbeitung des Vorfalls in Erinnerung behalten.

Im Umfeld des Herbstes kam es auch zu zwei Verstößen gegen das Betäubungsmittelgesetz. Konkret ging es um den Verkauf von Alkohol und E-Shishas an Jugendliche. Polizei und Ordnungsdienst mussten außerdem alkoholisierte Besucher versorgen, „Wildpinkler“ verwarnen und knapp 60 Fahrzeuge abschleppen lassen. Zwei Fehlalarme und einige Hilfseinsätze des Roten Kreuzes sorgten ebenfalls für Betriebsamkeit. Und: Das gute Wetter und die Feierlaune führten dazu, dass die Ruhe-zeiten nicht immer eingehalten wurden. Einer Band am Entenbrünnele ist offenbar ein Ordnungsgeld in vierstelliger Höhe in Aussicht gestellt worden, weil sie sich mit Blick auf die begeisterten Fans nicht an den Zapfenstreich hielt. Auch offenbar rigide Hinweise auf den Ausschankschluss sorgten am Wochenende für erregte Debatten.

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