Die Hochzeit, ein rauschendes Fest - da darf die Scheidung nicht nachstehen. Foto: AP

Die Eheringe werden vor Freunden und Verwandten zerschmettert.

Tokio - Hiroki Terai ist nach eigenen Angaben Japans erster Scheidungsfeier-Organisator. "Ich möchte Paaren die Möglichkeit geben, ihre Ehe auf eine positive Weise zu beenden", erklärt er. Die Gäste, die auf den von ihm geplanten Partys auftauchen, sind oft die gleichen, die schon zur Hochzeit eingeladen waren - inklusive Eltern und Verwandten des Paars. Und natürlich Kinder, falls vorhanden. Auch das Programm orientiert sich am Ablauf einer Hochzeitsparty.

Doch statt Dankesreden zu halten, erklären die Eheleute zu Beginn der Feier, warum sie sich scheiden lassen, wie sie ihr gemeinsames Vermögen aufteilen, wer das Sorgerecht für die Kinder bekommt. Alles Dinge, die das Paar seinen Freunden und Verwandten später sowieso irgendwann einmal erklären müsste. Schulfreunde geben zwar keine witzigen Anekdoten aus alten Zeiten zum Besten, dafür aber Tipps für das neue Leben nach der Ehe. Höhepunkt der Feier ist das Zerschmettern der Eheringe mit einem Hammer. Ähnlich wie beim Anschneiden der Hochzeitstorte hält das Paar den Hammer dabei gemeinsam.

Mit Symbolen wird nicht gespart. Auf dem Griff des Hammers ist ein Froschkopf abgebildet - als Zeichen für den Wandel, vor dem das Paar steht. "Kaeru" heißt auf Japanisch sowohl "Frosch" als auch "Veränderung", kann aber auch "zurückkommen" bedeuten. Einige Paare stecken die kaputten Ringe nach dem Ritual einem Porzellanfrosch ins Maul, damit das Glück zu ihnen zurückkehrt.

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