Manuel Baum soll als Nachfolger von David Wagner beim FC Schalke 04 vorgestellt werden. Foto: Pressefoto Baumann/Hansjürgen Britsch

Der FC Schalke ist bei seiner Suche nach einem Nachfolger für David Wagner offenbar schnell fündig geworden: Manuel Baum wird neuer Trainer. Als Assistent wird eine königsblaue Kultfigur gehandelt und ein ehemaliger Stuttgarter.

Gelsenkirchen - Der sportlich und finanziell schwer angeschlagene Fußball-Bundesligist FC Schalke 04 hat nach übereinstimmenden Medienberichten mit dem früheren Augsburger Trainer Manuel Baum einen Nachfolger für David Wagner gefunden. Demnach soll der 41-Jährige den Traditionsclub aus der tiefen Krisen führen und bereits am Abend (18.30 Uhr) das Training leiten. Eine offizielle Bestätigung des Vereins blieb bis zum frühen Nachmittag jedoch aus.

Für weitere Schlagzeilen könnte die Verpflichtung die Rückkehr von Naldo zum Revierclub sorgen. Der langjährige Bundesliga-Profi soll dem neuen Chefcoach assistieren. Für den 38 Jahre alte Innenverteidiger, der sich von 2016 bis 2018 bei Schalke Kultstatus erworben und im vergangenen Sommer seine Karriere beendet hat, wäre es das erste Engagement dieser Art. Komplettiert wird der Trainerstab angeblich durch den ehemaligen Stuttgarter Rainer Widmayer (52).

Schalker Kader gilt als schwierig

Der Tabellenletzte hatte sich am Sonntag nach saisonübergreifend 18 sieglosen Spielen in Serie von Wagner getrennt. Den Ausschlag gaben die deutlichen Niederlagen beim 0:8 in München und 1:3 gegen Werder Bremen zum Saisonstart. Am Samstag spielt der Tabellenletzte bei RB Leipzig (18.30 Uhr).

Baum trainierte zuletzt die U18-Nationalmannschaft. Zwischen Dezember 2016 und April 2019 war Baum Cheftrainer des FC Augsburg. Seine neue Aufgabe wären herausfordernd. Der Kader auf Schalke gilt als schwierig. Zudem ist der einstige Champions-League-Dauergast nach zwei Jahren ohne Europapokal-Qualifikation zu einem rigiden Sparkurs gezwungen und hatte am Mittwoch Verbindlichkeiten in Höhe von 205,3 Millionen Euro verkündet. Zuletzt zählten Profis, die zuvor bereits aussortiert worden waren, notgedrungen zum Stammpersonal.

Vorzeitigen Freistellungen verursachen hohe Kosten

Selbst der hohe Verschleiß auf dem Trainerposten konnte Baum offenbar nicht schrecken. Seit der Jahrtausendwende versuchten mehr als 20 Fußballlehrer inklusive der Interimslösungen „auf“ Schalke ihr Glück. Die zahlreichen vorzeitigen Freistellungen verursachten Kosten, die zur finanziellen Schieflage des Clubs beitrugen und konterkarierten den Wunsch nach sportlicher Kontinuität.

Als weitere Kandidaten waren zuletzt Dimitrios Grammozis und der frühere Bayern-Profi Mark van Bommel gehandelt worden. Van Bommel war bis Dezember 2019 Trainer bei der PSV Eindhoven. Grammozis hatte Darmstadt 98 in der vergangenen Zweitliga-Saison auf Rang fünf geführt, sich anschließend mit den Hessen aber nicht auf eine Verlängerung seines Vertrages einigen können.

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