Die Chöre, Orchester und die Big-Band präsentierten zu Beginn des Festakts Georg Friedrich Händels „Hallelujah“ in zwei verschiedenen Versionen. Foto: Alexandra Kratz

Die Chöre, Orchester und die Big-Band des Fanny-Leicht-Gymnasiums präsentierten zu Beginn des Festakts anlässlich des 75-jährigen Bestehens Georg Friedrich Händels „Hallelujah“.

Vaihingen - Halleluja, was für ein Auftakt. Mit diesem Werk in zwei verschiedenen Versionen haben die Chöre und Orchester des Fanny-Leicht-Gymnasiums am Samstagmorgen den Festakt eröffnet. Die Schule wolle angesichts ihres 75-Jahr-Jubiläums einen Einblick in ihre Arbeit über den normalen Schulalltag hinaus gewähren, sagte Gerda Mendler. Die Rektorin ergänzte: „Eine Schule altert nicht, sie bleibt immer zwischen zehn und 20 Jahre jung. Tradition hin oder her.“

Aber das Fanny habe sich verändert. Die Schule sei stetig gewachsen, die Ansprüche seien gestiegen. Zum Fanny gehörten heute nicht nur die 800 Schüler, sondern auch eine engagierte Elternschaft und Lehrer, die sich nicht als bloße Wissensvermittler verstehen, sagte die Rektorin. All das kam in dem Festakt zum Ausdruck. „Alle Gruppen haben nahezu ein Jahr lang daran gearbeitet“, sagte Mendler. Entstanden ist unter anderem eine Festschrift, in der die Geschichte der Schule nachzulesen ist. Aus dieser zitierte Gerda Mendler den Satz: „Wir blicken gern zurück, aber ebenso gern nach vorn.“ Und die Vaihinger Rektorin ergänzte: „Wir blicken mit Stolz zurück und mit Zuversicht nach vorn.“

Schule muss sich immer wieder neu definieren

Dabei machte Mendler auch deutlich, dass Schule sich immer wieder neu definieren muss. Zu den aktuellen Herausforderungen gehöre nicht nur, dass sich die Verfallszeit „aktueller“ Methodik und Didaktik stetig verkürze. Hinzu kommen Schlagwörter wie Inklusion und Individualisierung des Unterrichts, die mit Leben zu füllen seien. Gleichzeitig gehe es um Niveaufragen. Mit dem Wegfall der verbindlichen Grundschulempfehlung wollen oder sollen immer mehr Kinder aufs Gymnasium. Und zwischen den Hochschulen verschiedener Bundesländer gebe es teils beträchtliche Unterschiede bei den Anforderungen an ihre künftigen Studenten.

Auf die finanzielle Situation der Schule machte Adelheid Liebendörfer in ihrem Grußwort aufmerksam. Sie ist die Vorsitzende des „Vereins der Freunde des Fanny-Leicht-Gymnasiums“. Diesen gebe es seit 52 Jahren, sagte Liebendörfer. Doch in Zeiten knapper Kassen sei seine Aufgabe wichtiger denn je. Die Freunde des Fanny-Leicht-Gymnasiums haben unter anderem dafür gesorgt, dass sich die Schule neue Musikinstrumente und Chemieexperimentierkästen leisten kann. Sie haben die Kletterwand auf dem Pausenhof finanziert und ermöglichen den Schülern Exkursionen, um nur einige Beispiele zu nennen.

Was muss, was kann Schule heute leisten?

Am Jubiläumstag wollte die Schule aber auch vor allem nach vorn blicken. In der Podiumsdiskussion ging es um die Frage: „Was muss, was kann Schule heute leisten?“ Zu den Teilnehmern gehörten Karin Korn, die Leiterin des Schulverwaltungsamts, Professor Wolfram Ressel, der Rektor der Universität Stuttgart, und Professor Peter Grotz, der Leiter des Landesinstituts für Schulentwicklung.

Am Nachmittag feierte die gegenwärtige Schulfamilie gemeinsam mit den Ehemaligen ein großes Schulfest mit Vorführungen, Ausstellungen und Verkaufsständen. Diese waren zum Teil das Ergebnis der vorgeschalteten Projekttage.

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