Der Polizist hat einen seltsamen Tick, für den er nun verurteilt wurde. Foto: dpa/Taylan Gökalp

In Berlin wurde ein Polizist wegen Missbrauchs eines Jugendlichen zu acht Monaten Haft auf Bewährung verurteilt. Seine Taten führte er auf einen Tick zurück und waren sehr ungewöhnlich.

Berlin - Ein Berliner Polizist ist wegen Missbrauchs eines Jugendlichen sowie Besitzes von Kinderpornografie zu acht Monaten Haft auf Bewährung verurteilt worden. Der 49-Jährige habe mit einem damals 14 beziehungsweise 15 Jahre alten Jungen Fesselspiele mit sexuellem Bezug durchgeführt, begründete das Amtsgericht Berlin-Tiergarten am Dienstag. Der Angeklagte habe im Jahr 2016 in zwei Fällen die nackten Füße des Schülers gefesselt und fotografiert, den Jugendlichen allerdings nicht sexuell berührt.

Der Angeklagte, der wegen des Verfahrens seit rund einem Jahr vom Dienst suspendiert ist, hatte die beiden Vorfälle zugegeben. „Das hatte aber nichts mit Sex zu tun“, erklärte der Beamte. Es handele sich dabei um einen „Tick“ aus seiner Kindheit. „Ich kitzle, fessle und massiere gerne Füße.“ Zudem sammle er Fesselfotos von Füßen. Mit dem Jugendlichen habe er zuvor vereinbart, „dass sein Intimbereich bekleidet und unberührt bleibt“. Der Junge habe etwas Geld erhalten. 

Die Ermittler hatte bei einer Durchsuchung des Computers des 49-Jährigen zudem mehr als 300 kinderpornografische Bilddateien gefunden. Der Beamte erklärte nun, die Fotos hätten sich bereits vor einer Strafrechtsverschärfung im Jahr 2015 auf seinem Computer befunden. Das Gericht folgte mit dem Urteil dem Antrag der Staatsanwältin. Es seien Taten mit einem sexuellen Bezug „auf niedriger Schwelle“. Der Verteidiger hatte Freispruch vom Vorwurf des Missbrauchs verlangt. Zu den Fesselungen sei es ohne sexuelle Komponente gekommen, so der Anwalt. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

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