Einsatzkräfte am Eingang zur Falkensteiner Höhle. Foto: dpa

Der erste der beiden eingeschlossenen Männer in der Falkensteiner Höhle ist gerettet. Die steigenden Wassermassen hatten den beiden Höhlengängern am Sonntagabend den Rückweg ins Freie abgeschnitten.

Grabenstetten - Einer der beiden auf der Schwäbischen Alb in einer Höhle eingeschlossenen Männer ist gerettet. Das sagte der Einsatzleiter der Bergwacht an der Falkensteiner Höhle bei Grabenstetten der Deutschen Presse-Agentur am Montagmorgen. Er hatte bereits Taucherfahrung, weshalb die Aktion relativ schnell durchgeführt werden konnte.

Der zweite Mann soll am Montagvormittag gerettet werden. Das Taucherteam wird dazu gewechselt. Zwei ausgeruhte Retter sind auf dem Weg zu dem Eingeschlossenen. Mit ihnen soll der Rettungsversuch im Anschluss gestartet werden. Der Mann wird dazu mit Bleigewichten ausgestattet, womit ihm das Tauchen erleichtert werden soll. Zudem haben die Retter ein Führungsseil durch die Höhle gezogen, an dem er sich entlanghangeln kann. „Wir sind uns 100 Prozent sicher, dass wir ihn da auch rausbekommen“, sagt Werner Gieswein von der Höhlenforschungsgemeinschaft Ostalpen. Gegen 11 Uhr ist eine Pressekonferenz angesetzt, bei der es neue Informationen geben soll.

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Die steigenden Wassermassen hatten den beiden Höhlengängern am Sonntagabend den Rückweg ins Freie abgeschnitten und einen Großeinsatz von Rettungskräften ausgelöst. Vier Höhlenretter waren zu den beiden Männern, die in 650 Metern in der so genannten „Reutlinger Halle“ festsaßen, vorgedrungen und hatten sie mit Essen und Wärmedecken versorgt. Nach einer kleinen Einweisung sollten sich die Höhlengänger jeweils in Begleitung von zwei Tauchern den Weg durch das Wasser bahnen.

Retter: Männer handelten leichtsinnig

Leichtsinn sei Grund für die Notlage der beiden Männer gewesen, sagte der Einsatzleiter der Höhlenrettung, Michael Hottinger. Bei der Wetterlage und dem starken Regen hätten sie wissen müssen, dass die siphonartigen Senken in der Höhle volllaufen und so den Rückweg versperren könnten.

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Der Notfall in der Falkensteiner Höhle weckt Erinnerungen an das Höhlendrama mit einer Jungen-Fußballmannschaft in Thailand vor rund einem Jahr. Zwölf Jungen im Alter von 11 bis 17 Jahren sowie ihr 25 Jahre alter Trainer waren im Juni 2018 bei einem Ausflug in eine Höhle im Norden des Landes vom steigenden Wasserspiegel überrascht und eingeschlossen worden. Erst nach 17 Tagen kamen die letzten frei. Rund um die Welt fieberten Menschen bei der spektakulären Rettungsaktion mit.

Eine der längsten Höhlen der Schwäbischen Alb

Die Falkensteiner Höhle ist mit etwa fünf Kilometern Länge eine der längsten Höhlen der Schwäbischen Alb. Aus ihr entspringt die Elsach, ein Zufluss der Erms. Die Höhle ist eine aktive Wasserhöhle: die Niederschläge sickern durch den Karst der Albhochfläche, sammeln sich in wasserführenden Spalten und Gängen und gelangen durch die Höhle ins Freie. Der Wasserstand in der Höhle kann - etwa durch Schneeschmelze oder bei starkem Regen - rasch ansteigen.

Die Falkensteiner Höhle ist keine Schauhöhle, sondern eine sogenannte wilde Höhle, deren Erkundung nach Angaben der Stadt Bad Urach nicht ungefährlich ist. Lediglich die ersten 20 Meter können bei anhaltend trockenem Wetter mit Helm und Taschenlampen erkundet werden. Das weitere Vordringen in die Höhle ohne Führer ist nur mit einer Genehmigung der Gemeinde Grabenstetten erlaubt. Bei erwartetem Starkregen und Gewittern sind keine tiefen Touren in die Höhle möglich.

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