Fahrrad auf den Sattel und Lenker stellen und los geht es mit der Inspektion für den Winter. Alternativ hilft auch ein Deckenhalter für den Drahtesel. Foto: Shutterstock/ Thomas Andreas

Wenn die kalte Jahreszeit vor der Tür steht, scheuen sich viele vor dem Fahrradfahren im Winter. Dabei kann der Drahtesel schnell, einfach und ohne großen finanziellen Aufwand winterfest gemacht werden.

Wieder einmal Stau im Stadtverkehr. Ganz besonders im Winter, wenn schlechte Straßen- und Sichtverhältnisse Autofahrer ausbremsen. Das Fahrrad ist hier oftmals die schnellere Alternative, um von A nach B zu kommen. Erst recht auf dem Land, wo längere Strecken mit dem Bike schnell zu bewältigen sind.

Wer vor dem Radeln bei Eis und Schnee dennoch Respekt hat, dem können unsere Tipps sicher die Scheu nehmen. Denn mit einem optimal vorbereiteten Bike ,sitzt man auch im Winter sicher im Sattel:

Werkzeug parat haben für den Wintercheck

Bevor das Fahrrad auf Nabe und Speiche geprüft wird, sollte das benötigte Werkzeug bereits parat liegen. Das spart Zeit. Hier unsere kleine Checkliste:

  • Gabelschlüsselsatz
  • Satz Innensechskantschlüssel
  • Kreuz- und Schlitzschraubendreher
  • Kombizange mit Schnittfläche
  • Reiniger für das Rad
  • Luftpumpe und Schmiermittel

Felgen, Schutzbleche und Reifen überprüfen

Um das Rad für den Winter fit zu machen, wird das Fahrrad zunächst kopfüber auf Lenker und Sattel gestellt, alternativ kann dafür ein Fahrrad-Montageständer oder ein Deckenlift genutzt werden. Wer ein altes Handtuch oder eine Decke unterlegt, verhindert mögliche Kratzer.

Räder-Check

Sind beide Räder des Fahrrads leicht gangbar, drehen frei und problemlos, ist alles in Ordnung. Meistens schleifen die Räder an den Bremsen oder an den Schutzblechen. Mit der Hand können Verbiegungen der Schutzbleche schnell und einfach korrigiert werden – schöner und besser wird das Resultat ausfallen, wenn die Halterungen abmontiert und im Schraubstock gerichtet werden.

Bei stark verschmutzten oder ungepflegten Rädern kann es schwierig sein, die Verschraubungen zu lösen. Wer hier Gewalt anwenden muss, um die Schutzbleche vom Rad entfernen zu können, sollte in jedem Fall Ersatzschrauben griffbereit haben. Alte und korrodierte Schraubenköpfe können schnell abreißen.

Reifen-Check

Sind die Schutzbleche gerichtet, sollte die Bereifung geprüft werden. Abgefahrene Reifen ohne Profil oder mit porösen Stellen sollten repariert bzw. ausgetauscht werden. Der Austausch des Mantels ist meist schon ausreichend.

Ist der Reifen platt, lohnt sich das Flicken des Schlauchs nur in den Fällen, in denen das Material ohne Makel ist. Andernfalls ist auch hier ein Austausch einfacher und günstiger. Es ist allerdings sehr wichtig, die genaue Reifengröße zu kennen. Zudem ist neben dem Durchmesser auch die Reifenbreite von Bedeutung.

Ebenfalls sollte auch auf die Größe und Form des Ventils am Schlauch geachtet werden. Wer eine Fahrradpumpe für „normale“ Ventile hat, sollte wieder einen Schlauch mit einem normalen Ventil wählen.

Tipp: Nimmt man die alten Materialien mit ins Fahrradgeschäft, ist der Austausch einfach möglich und man bekommt auf jeden Fall passendes Zubehör. Alternativ notiert man sich die Zahlen auf dem Mantel oder schießt mit seinem Smartphone ein Bild davon.

Übrigens: Winterreifen für Fahrräder gibt es speziell nicht. Es gibt allerdings Bereifung mit kleinen Spikes, die auch auf Eis und Schnee ein Bremsen ganz einfach ermöglichen. Sicherheit zu 100 Prozent bieten solche Reifen - genau wie spezielle Autoreifen für den Winter - allerdings auch nicht.

Bremsen, Licht und Schaltung überprüfen

Bremsen-Check

Bremsen prüfen ist besonders vor dem Winter extrem wichtig. Markierungen an den Bremsbelägen zeigen den Verschleiß an. Bei den gängigen Felgenbremsen können Beläge leicht ausgetauscht werden. Der Bremszug wird dazu aus den Felgenzangen gehoben, anschließend lassen sich die Bremsschuhe mit einem Innensechskantschlüssel lösen. Schwergängige Bremsbeläge und Bremsen können mit Zugfett wieder gangbar gemacht werden.

Tipp für die Wiedermontage: Vor dem Auseinanderbauen ein Foto machen. So weiß man jederzeit welches Teil an welchen Ort gehört.

Licht-Check

Besonders wichtig ist bei einem winterfesten Fahrrad auch die Beleuchtung. Defekte Birnen müssen ausgetauscht werden, Gleiches gilt für zerrissene Kabel. Auch Anschlussstellen am Dynamo und an der Lampe können die Ursache sein, wenn das Licht nicht funktioniert. Hier sollten die Steckverbindungen gecheckt und falls nötig neu befestigt werden.

Check Schaltung und Kette

Wenig Pflege und Wartung benötigt eine Nabenschaltung. Mit der Einstellschraube können die Gänge justiert werden, falls diese nicht richtig einrasten.

Kettenschaltungen hingegen benötigen mehr Pflege und auch Reinigung. Denn die Kette läuft nur dann wie geschmiert, wenn sie einigermaßen sauber ist. Zumindest grob sollte die gesamte Schaltung vor dem Winter gereinigt werden. Ein Spezialreiniger kann hier nützlich sein, die Reinigung kann dann mit alten Bürsten oder Lappen ganz einfach erfolgen.

Anschließend sollten Kette und Schaltung mit dünnflüssigem Öl neu geschmiert werden. Hier kann Sprühfett – beispielsweise für Motorradketten – genutzt werden.

Gerade die kalten Temperaturen lassen die Kette schwerer schalten; das Fett kann hier unnötigem Verschleiß vorbeugen. Da die Viskosität des Öls auch temperaturabhängig ist, sollte hier immer wieder eine Kontrolle gemacht werden. Ein Nachfetten ist - egal ob Naben- oder Kettenschalrung - nötig.

Lenkung und Sattel überprüfen

Check Lenkung und Sattel

Einfach vor das Rad stellen und kontrollieren, ob der Lenker im Vergleich zum Vorderrad exakt ausgerichtet ist. Wenn hier justiert werden muss, sollten die Schrauben am Vorbau gelockert und anschließend wieder angezogen werden. Auch gilt, dass die Schrauben stärker angezogen werden müssen, wenn das Spiel gegenüber dem Rahmen zu groß ist.

Die Neigung des Sattels sollte zu guter Letzt auch geprüft werden. Der Sattel sollte am Fahrrad in eine waagerechte Position gebracht werden.

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