Ob Silberpfeil oder Ferrari: In F1 2019 sind alle Boliden der Formel 1 und Formel 2 detailgetreu nachempfunden worden. Foto: Koch Media

Die diesjährige Auflage des Formel-1-Spiels F1 2019 zeigt im Test, warum es zu den besten Rennsimulationen gehört: Grafisch eine Augenweide und Fahrgefühl vom Feinsten. Kritikpunkte muss man lange suchen.

Stuttgart - Was macht man, wenn Sebastian Vettel die Weltmeisterschaft mit Ferrari gewinnt? Die Playstation aus! Dieser platte Gag, mit dem sonst gerne notorisch erfolglose Fußballvereine aufgezogen werden, lässt sich derzeit gut auf die Formel 1 umdichten. Die Siegesserie von Mercedes ist in der Formel 1 zwar gerade erst gerissen, doch der Titel führt in dieser Saison wohl nur über Lewis Hamilton und Valtteri Bottas. Ferrari-Fans können sich immerhin in der virtuellen Realität trösten und ganz nach oben aufs Treppchen fahren – mit der diesjährigen Ausgabe des Formel-1-Rennspiels F1 2019 von Codemasters. Wir haben das Spiel getestet.

Spielinhalt

Jährlich erscheinende Titel stehen immer vor der Herausforderung, mehr als nur ein Update des Vorjahres zu liefern. Natürlich gibt es in F1 2019 alle Fahrzeuge und alle Piloten der aktuellen Formel-1-Saison. Mit der Formel 2, in der auch Michael Schumachers Sohn Mick mitfährt, ist aber auch eine komplett neue Rennklasse im Spiel verfügbar. Hier muss der Spieler im Zuge des Karrieremodus in drei Szenarien erste Erfahrungen sammeln, ehe er in der Königsklasse des Motorrennsports eine Chance bekommt. Durch den Einzelspielermodus „Meisterschaft“ ist aber ebenfalls eine gesamte Saison in der Formel 2 möglich – oder auch in klassischen Rennautos der Formel-1-Legenden Ayrton Senna und Alain Prost. Wer auf ein kurzes Spiel aus ist, kann einzelne Grand Prix oder Zeitfahrten bestreiten – online wie offline. Im Mehrspielermodus warten zudem wöchentlich neue Herausforderungen.

Stärken

Seit je her überbieten sich Rennsimulationen gegenseitig mit ihrer Grafik von Autos und Umgebung. Die F1-Reihe 2019 sah schon in den früheren Versionen gut aus, aber wie nah die Simulation an die Realität kommt, zeigt dieses Video sehr eindrücklich:

Besonders bei Licht und Beleuchtung hat das Spiel Fortschritte gemacht. Das lässt sich am besten bei den Nachtrennen in Bahrain und Singapur erkennen. Im vergangenen Jahr wirkten die Strecken noch sehr dunkel und blass, jetzt sind sie dagegen gut ausgeleuchtet und deutlich detailreicher. Die Immersion wird immer stärker.

Jede Anpassung am Fahrzeug wird auf dem Asphalt direkt spürbar. Wird der Abtrieb durch Heck- oder Frontflügel verringert, fliegt der Bolide deutlich leichter aus der Kurve, die Bremswege werden länger – aber im Gegenzug erhöht sich auch die Topgeschwindigkeit. Allein mit den vielen Einstellungsmöglichkeiten am Auto-Setup können Stunden verbracht werden. Auch die Möglichkeiten in der Forschungsabteilung im Karrieremodus machen das Spiel zum Paradies für Formel-1-Nerds. Für weniger besessene Fahrer gibt es Bremsassistenten und weitere Unterstützungsmöglichkeiten, um sich an das komplexe Spiel heranzutasten.

Schwächen

Dennoch werden Einsteiger manches Mal etwas allein gelassen. In den unteren Schwierigkeitsgraden sollten Hilfestellungen beim Auto-Setup, das für jede Strecke individuell angepasst werden muss, oder beim Entwickeln der richtigen Komponenten in der Forschung, dazugehören. Doch hier herrscht noch Nachholbedarf. Mehr als eine Empfehlung gibt es nicht. Hier hat sich die Spielserie in den letzten Jahren kaum weiterentwickelt.

Was außerdem stört, ist dass der Schwierigkeitsgrad während einer laufenden Karriere nicht mehr geändert werden kann. Wer sich anfangs auf einem leichteren Level herantasten will, kann sich so später unterfordert fühlen oder wird in jedem Rennen hinterher fahren, wenn die Schwierigkeit doch zu hoch ausgewählt wurde.

Bei kleineren Dingen wie den Mechanikern wurde grafisch mit weniger Liebe zum Detail gearbeitet. Auch die Gesichter der 20 Formel-1-Fahrer könnten besser aussehen, wenn man sie beispielsweise mit den Rennfahrzeugen vergleicht. Bei der Einfahrt in die Boxengasse und beim Pitstop wirken die Animationen abgehackt und hektisch.

Fazit

Die Kritikpunkte sind insgesamt aber nur Kleinigkeiten, die nicht groß ins Gewicht fallen. F1 2019 ist insgesamt eine der besten Rennsimulationen, die es gibt. Der Karrieremodus fesselt den Spieler über viele Stunden und durch die wöchentlichen Events im Mehrspielermodus kommt auch keine Langeweile auf und mit der Formel 2 wurde das Lizenzpaket deutlich aufgestockt.

Grafik: 5 von 5

Spielgefühl/Spielspaß: 4,5 von 5

Story/Atmosphäre: 4,5 von 5

F1 2019 ist ohne Altersbeschränkung für PC, Playstation 4 und Xbox One ab erhältlich. Preis: 47 Euro (PC) bzw. 60 Euro (PS4/Xbox).

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