Luhukay, der zuletzt beim englischen Zweitligisten Sheffield Wednesday arbeitete, gilt als Experte in Sachen Bundesliga-Aufstiege. Foto: dpa

Jos Luhukay soll die durchwachsene Saison beim FC St. Pauli zu einem Happy End führen. Auf dem Kiez träumt man wie beim großen Nachbarn HSV vom Bundesliga-Aufstieg.

Hamburg - Lethargie verscheuchen, Bundesliga-Träume befeuern: „Aufstiegsexperte“ Jos Luhukay hat bei seiner Vorstellung als Trainer des Fußball-Zweitligisten FC St. Pauli viel Optimismus versprüht. „Wenn man die Tabelle anschaut, ist alles möglich und alles drin“, sagte der Niederländer bei einer Pressekonferenz am Donnerstag. Er wolle zwar „von Spiel zu Spiel schauen“, aber: „Ich glaube, das man träumen kann. Ganz klar. Platz drei ist nicht weit entfernt.“ St. Pauli liegt sechs Spieltage vor Saisonschluss auf dem sechsten Tabellenplatz und hat vier Punkte Rückstand auf den Relegationsplatz.

Der Bundesliga-erfahrene Luhukay bezeichnete seinen neuen Job als „fantastische und reizvolle Aufgabe“, nachdem er am Morgen das erste Training bei den Braun-Weißen geleitet hatte: „Ich bin begeistert, wie die Jungs aufgetreten sind.“ Sein Debüt feiert Luhukay am Sonntag (13.30 Uhr/Sky) mit einem Heimspiel am Millerntor gegen Arminia Bielefeld. „Siege sind die beste Medizin, damit die Mannschaft wieder an sich glaubt“, sagte der 55-Jährige. Luhukay tritt beim Kiezklub die Nachfolge des am Mittwoch freigestellten Markus Kauczinski an, der nach zuletzt vier Spielen ohne Sieg (ein Punkt, 1:10 Tore) von seinen Aufgaben entbunden worden war.

Experte in Sachen Bundesliga-Aufstiege

Luhukay, der zuletzt beim englischen Zweitligisten Sheffield Wednesday arbeitete, gilt als Experte in Sachen Bundesliga-Aufstiege. Mit Borussia Mönchengladbach (2008), dem FC Augsburg (2011) und Hertha BSC (2013) gelang ihm jeweils der Aufstieg in die Bundesliga, als Co-Trainer schaffte er dies mit dem 1. FC Köln sogar zweimal. „Wir würden gerne eine Mannschaft sehen, die auf den Platz geht, um Spiele zu gewinnen. Und nicht, um sie nicht zu verlieren“, sagte Vereinspräsident Oke Göttlich. Zuletzt habe eine „lethargische Stimmung rund um den Verein geherrscht, als ob wir auf einem Abstiegsplatz stünden“. Geschäftsführer Andreas Rettig, der bei früheren Stationen bereits mit Luhukay zusammengearbeitet hatte, meinte: „Jos steht für klare Spielregeln und Leistungsbereitschaft. Er ist ein Fußball-Fachmann.“ Bei der Suche nach einem neuen Sportchef wird sich St. Pauli noch Zeit lassen.

„Wir sind auf einem guten Weg, eine Entscheidung treffen zu können“, versicherte Klubchef Göttlich. „Innerhalb der nächsten Wochen“ werde man einen Nachfolger für den zeitgleich mit Kauczinski entlassenen Uwe Stöver präsentieren. Bis dahin übernimmt Geschäftsführer Rettig interimsweise auch die Manager-Aufgaben - für ihn kein Problem. „Meine Rolle ist, zu helfen und den Übergang zu moderieren. Ich muss nicht gestalten“, sagte Rettig und betonte mit Blick auf die Kaderplanung: „Wir fangen nicht bei einem weißen Blatt Papier an. Es ist ein Fundament an Spielern da.“

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