Kevin Großkreutz kann sich einen neuen Verein suchen. Foto: dpa

Der Zweitligist sortiert den früheren VfB-Profi Kevin Großkreutz aus, der damit am Tiefpunkt seiner Profikarriere angekommen ist.

Darmstadt - Aufstieg und Fall gehören zum Sport dazu, doch kaum einer beherzigt das ureigenste Motto des Sports so sehr wie Kevin Großkreutz. Zur Erinnerung: Mit 22 Jahren gewinnt er mit Borussia Dortmund die erste von zwei Meisterschaften. Es folgen ein Pokalsieg und natürlich der WM-Titel mit der deutschen Nationalmannschaft 2014. Auch wenn der Abwehrspieler keine Minute auf dem Platz steht – Weltmeister ist Weltmeister.

Karrierefördernd ist der Titel für den Jungen aus Dortmund allerdings nicht. Der Sommer 2014 markiert den Wendepunkt in Großkreutz’ Karriere. Den Wendepunkt zum Schlechten. Es folgt der verhängnisvolle Wechsel zu Galatasaray Istanbul. Auf Grund eines Formfehlers darf Großkreutz kein einziges Spiel bestreiten. Der VfB Stuttgart soll 2016 für einen Neubeginn stehen, doch letztlich bleibt nur das krachende Ende in Erinnerung: Großkreutz blutig zusammengeschlagen im Krankenbett, nach einer nächtlichen Disco-Tour mit jugendlichen VfB-Spielern.

Sein Aus bei den Lilien hat rein sportliche Gründe

Darmstadt 98 und die zweite Liga bot nach zwischenzeitlichen Gedanken an ein Karriereende – die vorläufig letzte Chance zur Auferstehung des Kevin Großkreutz. Wie schon in Stuttgart lässt sich das Kapitel anfangs gar nicht schlecht an. Der Junge aus dem Pott mit der Aura des Fan-Nahen („Einer von uns“) krempelt am „Bölle“ die Ärmel hoch und lässt seinen Worten vom Neuanfang auch fußballerisch Taten folgen. Doch wie es manchmal so ist im Leben: Nicht alles lässt sich beeinflussen. Erst spielt die Mannschaft immer schlechter, dann wird Trainer und Großkreutz-Förderer Torsten Frings entlassen.

Und für Großkreutz geht es weiter bergab. Dirk Schuster berücksichtigt ihn immer weniger. Am letzten Spieltag beim 1:0 gegen Erzgebirge Aue, das für die Lilien die Rettung bedeutete, sitzt der Weltmeister 90 Minuten auf der Bank.

Jetzt, so vermeldet die „Bild“-Zeitung, hat der Verein ihm mitgeteilt, dass er trotz eines Vertrags bis 2019 keinen Wert mehr auf die Dienste von Großkreutz legt. Endstation Darmstadt.

Die Lilien begründen den Schritt rein sportlich. Menschlich sei ihm nichts vorzuwerfen, sagt Trainer Schuster: „Es gibt nicht den Hauch von Negativem.“ Wie es für den gefallenen Helden nun weitergeht? Dortmund-Boss Hans-Joachim Watzke hat ihm stets angeboten, dass er sich bei den BVB-Amateuren fit halten könne.

Ein schwacher Trost für den gefeierten Helden von einst.

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