Populär: Stuttgarts Stiftskirchenpfarrer Matthias Vosseler hat bei der Synodalwahl besonders gut abgeschnitten. Foto: Guenter E. Bergmann/Photography

Der Stuttgarter Stiftskirchenpfarrer Matthias Vosseler sammelte bei der Wahl zur Synode der evangelischen Landeskirche Württemberg die meisten Stimmen. Stadtdekan Søren Schwesig schaffte den Sprung ins Kirchenparlament nicht.

Stuttgart - Stiftskirchenpfarrer Matthias Vosseler hat bei der Wahl zur Synode der evangelischen Landeskirche Württemberg in Stuttgart und in Württemberg die meisten Stimmen erreicht (18 717). Insgesamt entsendet der evangelische Kirchenkreis der Landeshauptstadt wieder sechs Vertreterinnen und Vertreter in das 90 Sitze umfassende Kirchenparlament, vier Laien und zwei Theologen.

Vier Sitze für die Offene Kirche

Vier der sechs Plätze gehen an Mitglieder der linksliberalen Offenen Kirche, zwei an den Gesprächskreis Kirche für morgen, der sich für eine Modernisierung der Kirche engagiert und teils konservative, teils liberale Positionen vertritt. Matthias Vosseler ist als Kandidat der Kirche für morgen angetreten, dürfte aber auch Stimmen von Kirchenmitgliedern bekommen haben, die sich der konservativen Lebendigen Gemeinde zurechnen. Diese hatte in Stuttgart keinen eigenen theologischen Kandidaten aufgestellt, aber ein Empfehlung zur Wahl Vosselers abgegeben. Unter den Kandidatinnen und Kandidaten zur Landessynode sind stets zwei Drittel Laien und ein Drittel Theologen. Die Württembergische Landeskirche ist die einzige in der Republik, die ihre Synodalen per Urwahl von den Gemeindemitgliedern bestimmen lässt.

Vosseler ist populär

Zugute kam Vosseler die hohe Wahlbeteiligung in der Stiftskirchengemeinde, die mit 38,4 Prozent deutlich über dem Schnitt in Stuttgart (19,7 Prozent) und in Württemberg (22,9 Prozent) lag.

Stadtdekan Søren Schwesig, der zum ersten Mal für einen Sitz kandidierte hatte, schaffte den Schritt in die Landessynode nicht (11 104 Stimmen). Schwesig gehört dem Gesprächskreis Evangelium und Kirche an, die sich als Kraft der Mitte und als Brückenbauer sehen.

Insgesamt konnte die Offene Kirche einen Sitz hinzugewinnen (jetzt 31), die Lebendige Gemeinde, bisher mit Abstand stärkste Gruppe, hat acht Sitze verloren und kommt jetzt auch auf 31.

Die Ergebnisse in Stuttgart

Die Ergebnisse in Stuttgart: Matthias Vosseler (18 717 Stimmen), Eckart Schultz-Berg ( Dekan Bad Cannstatt/Offene Kirche/16 418 Stimmen), Sabine Foth (Rechtsanwältin/Offene Kirche/14 693 Stimmen), Peter Reif (Gemeindediakon/Offene Kirche/13 294), Tobi Wörner (Gemeindeleiter Jesustreff/Kirche für morgen/13 217), Gabriele Mihy (Diplom-Sozialarbeiterin/Offene Kirche/12 706 Stimmen). Die 90 Landessynodalen bestimmen ab Februar 2020 für sechs Jahre den künftigen Kurs der Evangelischen Landeskirche in Württemberg. Das Kirchenparlament wählt auch den Landesbischof.

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