Der griechische Regisseur Yorgos Lanthimos war mit der britisch-irisch-amerikanischen Produktion „The Favourite“ höchst erfolgreich. Foto: dpa/Kirsty Wigglesworth

Deutschlands Oscar-Kandidat „Systemsprenger“ lag beim Europäischen Filmpreis in Berlin nicht ganz vorne. „The Favourite“ hat bei der Verleihung seinem Titel Ehre gemacht und alle anderen Filme überflügelt.

Berlin - Mit acht Auszeichnungen ist die Historiengroteske „The Favourite“ der große Gewinner beim Europäischen Filmpreis. Die Satire von Yorgos Lanthimos wurde am Samstagabend in Berlin zum besten europäischen Film gewählt. Das deutsche Drama „Systemsprenger“ ging dagegen in zwei wichtigen Kategorien leer aus, auch Schauspieler Alexander Scheer gewann für seine Rolle in „Gundermann“ nicht.

In „The Favourite“ spielt Olivia Colman die übellaunige Queen Anne, um deren Gunst zwei Frauen buhlen. Die Britin hatte dafür einen Oscar gewonnen, nun folgte ein Europäischer Preis. Der Grieche Lanthimos („The Lobster“) wurde für die beste Regie geehrt. Weitere Preise gab es für Kamera, Schnitt, Kostüm, Maske und als beste Komödie.

Die beste Musik kommt aus Deutschland

Der Europäische Filmpreis wird jährlich wechselnd in Berlin und in einer anderen europäischen Stadt vergeben. Die mehr als 3600 Mitglieder der Europäischen Filmakademie stimmen über viele Preisträger ab - ähnlich wie beim Oscar in den USA.

Doppelt nominiert war das Drama „Systemsprenger“ der Regisseurin Nora Fingscheidt. Die elfjährige Helena Zengel spielt darin ein Mädchen, das zu heftigen Gewaltausbrüchen neigt. Das Drama soll für Deutschland ins Rennen um den Auslands-Oscar gehen. In Berlin erhielt „Systemsprenger“ eine Auszeichnung für die Musik. Bester Darsteller wurde der Spanier Antonio Banderas. Im Drama „Leid und Herrlichkeit“ von Pedro Almodóvar spielt er einen hadernden Regisseur.

Preis für „Babylon Berlin“

Der in München geborene Regisseur Werner Herzog („Fitzcarraldo“) bekam einen Ehrenpreis für sein Lebenswerk. Er habe unendlich viel Enthusiasmus, sagte sein Kollege Wim Wenders. Er könne für etwas brennen und sei bereit, dafür an Grenzen zu gehen“.

Auch die Macher der Fernsehserie „Babylon Berlin“ erhielten eine Auszeichnung. Der Drehbuchpreis ging an die Französin Céline Sciamma für „Porträt einer jungen Frau in Flammen“. Als bester Dokumentarfilm setzte sich „For Sama“ von Waad al-Kateab und Edward Watts durch, der einen persönlichen Blick auf die Krise in Syrien wirft.

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