Jürgen Zieger wünscht Ulrike Gräter, einer der Initiatorinnen des Bürgerbegehrens zum Standort der Stadtbücherei, ein spannendes Neues Jahr. Foto: Ines Rudel

Im Neckar Forum hat der Esslinger Ratschef rund 400 Bürger auf ein ereignisreiches Jahr 2019 eingestimmt.

Esslingen - Ein turbulentes Jahr liegt hinter Esslingen – und ein wohl noch turbulenteres steht der Stadt und ihren Bürgern 2019 bevor. Den traditionellen Neujahrsempfang am Montag hat der Oberbürgermeister Jürgen Zieger genutzt, um die rund 600 Gäste auf all das einzustimmen, was in den kommenden knapp 360 Tagen noch auf sie zukommen wird.

Stimmgewaltig ist er dabei auch von Patrick Popp von der Württembergischen Landesbühne Esslingen unterstützt worden, dem er – wie einst Gotthilf Fischer gelang, den gesamten Saal bei Pop- und Schlagerklassikern zum Mitsingen zu animieren.

Appell, sich am Bürgerentscheid zu beteiligen

Im Mittelpunkt stand dabei aber nicht etwa die anstehende Kommunalwahl oder der Bürgerentscheid zum Standort der Stadtbücherei. Zieger erwähnte ihn nur kurz am Rand und appellierte an die Gäste, am 10. Februar von ihrem Stimmrecht Gebrauch zu machen. Vielmehr beschäftigte den Ratschef die Frage, wie auch arme Menschen am sozialen Leben teilhaben können, wie die Stadt möglichst vielen Kindern eine gute Bildung bieten und auch Menschen mit geringem Einkommen vernünftigen Wohnraum vermitteln kann.

Die alltägliche Ausgrenzung als Gefahr für die Demokratie

Jedes fünfte Kind lebe von Hartz IV – auch in Esslingen, betonte Zieger. Für diese Kinder sei die alltägliche Ausgrenzung aus der Gesellschaft ein Dauerzustand, sei es beim Klassenausflug, beim Kinobesuch oder sogar beim Pausenbrot. Dieser Zustand sei eine Gefahr für die Demokratie. Zieger: „Wie wäre es denn mit einer staatlichen Grundsicherung für Kinder, finanziert durch Verzicht auf ein paar Steuervergünstigungen bei höheren Einkommen?“

Das Ziel der Esslinger Politik sei es, möglichst vielen Menschen die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zu ermöglichen. Deshalb investiere die Stadt in den Ausbau der Kinderbetreuung ebenso wie in die Entwicklung von Grund- zu Ganztagsschulen, die Stärkung des Sportangebots und der Schaffung von bezahlbarem Wohnraum, wo immer das möglich sei.

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