Blick in Produktion im neuen Werk für Pkw-Abgastechnik in Tondela/Portugal. Foto: Eberspächer

Der Esslinger Autozulieferer Eberspächer wächst und wird immer internationaler. Gleichzeitig ist der Druck auf die deutschen Fertigungsstandorte groß – allen voran Neunkirchen und Esslingen.

Esslingen - Eberspächer will auch in diesem Jahr bei Umsatz und Ergebnis zulegen. 2017 habe man nach einem Jahr der Konsolidierung den Wachstumspfad fortgesetzt, sagte Martin Peters, einer der Geschäftsführenden Gesellschafter, beim Gespräch in Esslingen. Der Umsatz stieg um 3,6 Prozent auf 4,48 Milliarden Euro. Fast 70 Prozent der Erlöse werden im Ausland erzielt. Mit dem Ergebnis allerdings ist Peters nicht zufrieden. „Das muss besser werden.“ Der Konzernjahresüberschuss lag mit 52,5 Millionen Euro unter dem des Vorjahrs (61,0 Millionen Euro). Das entspricht einer Umsatzrendite von 1,2 Prozent. Zielrendite sind drei Prozent. Unter anderem schlugen 18 Millionen Euro Sonderabschreibungen fürs darniederliegende Russlandgeschäft negativ zu Buche. Der Markt habe auf Grund der politischen Situation sehr gelitten. „Wir müssen dort überwintern, um für einen sich positiv entwickelnden Markt gerüstet zu sein,“ so Peters.

80 Standorte in 29 Ländern

Um die Wettbewerbsfähigkeit zu sicheren, will Eberspächer die weltweite Präsenz ausbauen, in Wachstumsmärkte und neue Technologien investieren. Mittlerweile ist Eberspächer mit rund 80 Standorten in 29 Ländern vertreten, allein im vergangenen Jahr sind ein neues Werk für Pkw-Abgastechnik in Portugal und mehrere Erweiterungen in China, der Slowakei, Mexiko und im thüringischen Hermsdorf dazu gekommen. „Wir sind ein schwäbisches Familienunternehmen und zugleich ein Global Player“, sagte Peters. In Forschung und Entwicklung wurden letztes Jahr 156,5 Millionen Euro (plus sechs Prozent) investiert. Den Verbrennungsmotor sieht das Unternehmen noch lange nicht auf dem Abstellgleis. Der Umsatz mit Abgassystemen legte um vier Prozent auf 3,91 Milliarden Euro zu. Der Zuwachs sei vor allem auf höhere Kundenabrufe für Nutzfahrzeug-Abgastechnologien in Europa sowie das Wachstum auf dem chinesischen Automarkt zurückzuführen.

Im Inland 145 offene Stellen

Im vergangenen Jahr hat das Unternehmen, das mehr als 10 000 Mitarbeiter beschäftigt, rund 420 neue Jobs geschaffen. In Deutschland hat Eberspächer derzeit 145 offene Stellen, 95 davon in Esslingen. Es sei schwer, hoch qualifizierte Mitarbeiter zu bekommen. Unterm Strich dürfte die Zahl der Beschäftigten eher leicht sinken. Der Fokus liege auf Arbeitsplatzsicherung, der Druck auf die Fertigungsstandorte sei enorm, sagte Peters mit Blick auf den Tarifabschluss, dessen Belastung er allein 2018 für Eberspächer mit neun Millionen Euro bezifferte. Die Werke Esslingen und Neunkirchen mit jeweils rund 1400 Mitarbeitern sind tarifgebunden.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: