Das Gebäude am Stumpenhof wird zur Verwaltungszentrale ausgebaut. Foto: Horst Rudel

Der Landkreis Esslingen nimmt 20 Millionen Euro in die Hand, um am Plochinger Stumpenhof eine Außenstelle des Landratsamts einzurichten. Künftig werden dort 280 Arbeitsplätze untergebracht sein.

Esslingen/Plochingen - Das ehemalige Kreiskrankenhaus in Plochingen wird zur Außenstelle des Landratsamts Esslingen. Für den Aus- und Umbau des künftigen Verwaltungsgebäudes Plochingen „Am Aussichtsturm“ nimmt der Landkreis in den kommenden drei Jahren rund 20 Millionen Euro in die Hand.

„Der Umbau ist wirtschaftlicher als ein vergleichbarer Neubau“, warb der Esslinger Landrat, Heinz Eininger, in der jüngsten Sitzung des Kreistags erfolgreich um Zustimmung. Die Ratsrunde nickte nicht nur das Gesamtpaket ab, sondern genehmigte auch noch eine überplanmäßige Ausgabe im laufenden Haushalt. Die 2018 zusätzlich benötigten rund 3,8 Millionen Euro fließen in die Beseitigung unerwartet aufgetretener Schadstoffe, zusätzliche Brandschutzmaßnahmen, Baupreissteigerungen und in die Medienanbindung des Gebäudes an das Landratsamt Esslingen und an das Breitbandnetz.

Den Worten des Kreischefs zufolge beträgt der Preis pro Quadratmeter neu geschaffener Bürofläche dann rund 1765 Euro. Die aktuellen Kostenkennwerte für einen Verwaltungsneubau mittleren Standards liegen dagegen seinen Worten zufolge zwischen 2600 Euro und rund 3000 Euro pro Quadratmeter.

Als Außenstelle auf Dauer angelegt

In den Räumen auf dem Stumpenhof werden das Kreisarchiv, das Revisionsamt, das Hochbauamt, das Amt für Kreisschulen und Immobilien und das Vermessungsamt einziehen. Unterm Strich werden in dem Gebäude rund 280 Arbeitsplätze unterkommen. „Plochingen ist als Außenstelle auf Dauer ausgelegt“, bestätigt Peter Keck, der Sprecher der Kreisverwaltung. Ursprünglich hatte das am Rande des Schurwaldes gelegene Ensemble von den kreiseigenen Medius-Klinken übernommen werden sollen. Angesichts einer Änderung des Pflegegesetzes hatte die Klinikleitung allerdings vor zwei Jahren auf die Option verzichtet, dort einen „Gesundheitscampus“ einzurichten und stattdessen ihre pflegerische und pädagogische Kompetenz am Standort Nürtingen gebündelt.

Entsprechend weniger Arbeitsplätze muss der Landkreis in seinem am Standort Esslingen geplanten Landratsamtsneubau einplanen. Der Masterplan, der auf einen Haushaltsantrag der Freien Wähler im Kreistag zurückgeht, sieht vor, dass im Merkelpark ein neuer Verwaltungsbau mit 725 Arbeitsplätzen entstehen wird.

Das neue Landratsamt in Esslingen soll Ende 2025 bezogen werden

Laut Zeitplan muss bis zum Jahr 2020 für die bisher in dem dem Abriss geweihten Altbau beschäftigten 680 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eine Interimslösung gefunden wird. Die will der Landrat Heinz Eininger der Öffentlichkeit im Herbst präsentieren. „Wir sind auf einem guten Weg und gehen davon aus, dass wir einen Großteil der Arbeitsplätze für die Übergangszeit in Esslingen unterbringen“, sagt Keck. Kommt nichts dazwischen, dann dürfte die Verwaltung bis gegen Ende des Jahres 2025 die neue Kreiszentrale am Neckarufer in ihren Besitz nehmen.

Erst im Jahr 2009 hatte das Bestandsgebäude für rund 26 Millionen Euro einen Anbau bekommen. Die dort inzwischen untergebrachten 350 Mitarbeiter sind von den Umzugsplänen nicht betroffen. In der Zentralverwaltung des rund 525 000 Einwohner zählenden  Landkreises sind derzeit rund 2000 Menschen in Lohn und Brot. 2800 weitere Beschäftigte arbeiten in den kreiseigenen Kliniken.

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