Auf dem Parkdeck hinter dem Landratsamt soll ein Anbau erstellt werden. Foto: Stoppel

Der Landrat kommt der Verwirklichung seines Immobilienkonzepts für die Kreisliegenschaften ein wenig weiter.

Waiblingen - Die Planungen für einen Anbau an das Landratsamt auf dem Parkdeck am Alten Postplatz in Waiblingen könnte demnächst konkrete Formen annehmen. Der Verwaltungsausschuss hat dem Kreistag empfohlen, einen Architektenwettbewerb für die Gestaltung des Verwaltungsgebäudes auszuloben.

Gemeinde- und Kreisräte in der Jury

Das mit der Projektsteuerung beauftragte Stuttgarter Büro Drees & Sommer sieht dazu ein dreistufiges Verfahren vor. Zunächst sollen in einer europaweiten Ausschreibung bis zu 15 qualifizierte Architekturbüros ermittelt werden, die an dem Wettbewerb teilnehmen können. Aus ihnen werden drei bis fünf Büros ausgewählt, die dann den Siegerentwurf unter sich ausmachen. Neben 13 Fachexperten werden in der Jury als Sachpreisrichter insgesamt zwölf Vertreter aus dem Waiblinger Gemeinderat sowie dem Kreistag sitzen.

Während der Landrat Richard Sigel im Ausschuss betonte, dass mit der Auslobung des Architektenwettbewerbs keineswegs auch ein Baubeschluss gefasst werde und bei der Realisierung des Gesamtkonzepts für die kreiseigenen Immobilien der Kreistag in verschiedenen Stufen stets Herr des Verfahrens sein werde, meldete einer erneut Bedenken an. Jürgen Hestler (SPD) sagte, dass er Zweifel habe, ob es sinnvoll sei, viel Geld für einen Neubau auszugeben, der möglicherweise nur aus politischen Gründen zu rechtfertigen sei.

Gesamtkonzept statt Dezernatsneubau

Wie berichtet, hatte der Landrat Richard Sigel kurz nach seinem Amtsantritt Abstand von den Plänen seines Vorgängers Johannes Fuchs genommen, auf dem Gelände des stillgelegten Kreiskrankenhauses in Waiblingen ein Sozialdezernat einzurichten. Sigel hatte stattdessen sämtliche Immobilien unter die Lupe nehmen lassen und dabei einen erheblichen Sanierungs- und Platzbedarf festgestellt.

Rund zwei Jahre lang wurde an einem Gesamtkonzept gefeilt, bis der Kreistag den Landrat im Sommer dazu ermächtigte, die Pläne voranzutreiben, die Verwaltung in Waiblingen von bisher elf an zwei Standorten zu konzentrieren. Das Konzept sieht neben dem Anbau am Alten Postplatz vor, die bestehenden Verwaltungsgebäude zu sanieren. Zudem soll das Gesundheitsamt in einem Neubau an der Rötestraße Platz finden. Jene Standorte, an denen man sich eingemietet hat, sollen aufgegeben werden. Für alle Maßnahmen, die frühestens 2025 abgeschlossen werden könnten, rechnet man mit Kosten von 100 Millionen Euro.

Das Konzept war über die Fraktionsgrenzen hinweg gelobt worden. Die Abstimmung ergab lediglich eine Gegenstimme – die von Jürgen Hestler. Der blieb sich in seiner Haltung jetzt auch im Verwaltungsausschuss treu.

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