Wichtig bei Kindern, ist vor allem, sie zu beruhigen. Foto: Xu Hui/SIPA Asia via ZUMA Wire/d/Xu Hui

Kinder sind oft unbedacht. Dadurch bringen sie sich leicht in Gefahr. Gerade zu Hause passieren oft Unfälle. Im Notfall sollten Aufsichtspersonen wissen, wie sie Erste Hilfe leisten. Wir geben Tipps, wie Sie mit Verletzungen bei Kindern umgehen.

Stuttgart - Unfälle sind bei Kindern leider recht häufig. Laut der Bundesarbeitsgemeinschaft Mehr Sicherheit für Kinder waren 15,5 Prozent der 1- bis 17-Jährigen 2017 innerhalb eines Jahres aufgrund eines Unfalls in ärztlicher Behandlung. Als Aufsichtsperson sollten Sie wissen, wie Sie mit Notsituationen umgehen. Es gibt spezielle Erste-Hilfe-Kurse für Eltern und Erzieher. Wir geben Tipps, wie Sie Kindern am besten helfen können.

Wie versorgt man offene Wunden?

Kleine Wunden können Sie immer direkt mit einem Pflaster versorgen, um Blut zu stoppen und Infektionen zu verhindern. Der Verbandskasten enthält verschiedene Größen – auch spezielle für Finger. Größere Wunden versorgen Sie mit einem Druckverband. Dazu sollten Sie Einmalhandschuhe anziehen und einen Druckverband direkt auf der Wunde anlegen. Um Keime zu vermeiden, sprechen Sie nicht über die Wunde gebeugt, betasten oder berühren Sie sie nicht unnötig.

Was tun, wenn sich das Kind verschluckt?

Wenn bei einem Kind etwas im Hals stecken bleibt, sollte es zuerst kräftig husten. Hilft das nicht, können Sie dem Kind mit der flachen Hand auf den Rücken klopfen, erklärt Stefan Osche vom Deutschen Roten Kreuz (DRK). Dazu beugt sich das Kind nach vorne. „Mit der flachen Hand schlägt man nach vorne und gleichzeitig nach oben zwischen die Schulterblätter“, erläutert Osche. Falls das nichts nützt, gebe es auch noch den Heimlich-Handgriff. Man kennt ihn aus Filmen. „Der Helfer stellt sich hinter den Betroffenen und legt die Faust zwischen den Bauchnabel und dem unteren Rand des Brustbeins“, sagt der Profi vom Roten Kreuz. Umfassen Sie die Faust mit Ihrer anderen Hand und ziehen Sie kräftig nach innen oben. Beide Manöver werden höchstens fünf Mal wiederholt. Hilft das nicht, sollten Sie einen Krankenwagen rufen.

Was macht man bei Verbrennungen?

Verbrennungen erzeugen bei Kindern starke Schmerzen und gehen oft mit einem Schock einher. Hat sich ein Kind verbrannt, kommt es auf die Größe und Tiefe der Brandwunde an. Ist die Haut nur rot und leicht angeschwollen, kann sie etwa drei Minuten unter fließendes, lauwarmes Wasser gehalten werden. Sobald sich nach der Verbrennung eine Blase oder offene Wunde bildet, darf an die verbrannte Haut kein Wasser kommen, und die Stelle sollte auch nicht gekühlt werden. Brandsalben sind keine Hilfe, da sie den Sauerstoffzutritt zur geschädigten Haut verhindern und die Hitze im Gewebe festhalten. So kommt es zu Nachbrennen. Bei größeren Verbrennungen können Sie das Kind in saubere Handtücher oder die Rettungsfolie aus dem Verbandskasten wickeln. Alternativ legen Sie einen Verband an. Beruhigen Sie das Kind, während Sie auf den Krankenwagen warten.

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Muss man eine Herz-Lungen-Wiederbelebung bei Kindern anders durchführen?

„Nein, das Vorgehen ist dasselbe“, sagt Osche. Dabei solle man bei Kindern insgesamt vorsichtiger vorgehen. Zudem ist der Atemstillstand bei Kindern häufig anders begründet, daher sei das Beatmen besonders wichtig. Bei Säuglingen kann die Herzdruckmassage mit zwei Fingern vorgenommen werden. Wenn das Kind oder der Säugling wieder atmen, sollen sie trotzdem in die stabile Seitenlage gebracht werden.

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