Rund um den Strand lauern einige Gefahren, wie die portugiesische Galeere. Foto: Sabrina Hentschel/dpa-Zentralbil

Wer nicht aufpasst, kann sich auch an einem gemütlichen Tag am Meer verletzen. Doch was tun bei Quallenverletzungen, Sonnenstich und Co.? Wir haben ein paar Tipps zusammengetragen.

Baierbrunn - Gerade noch lässt man sich entspannt auf der Meeresoberfläche treiben – zack – da passiert es: Quallen-Nesseln brennen sich durch die Haut. „Schnell drauf pinkeln!“, werden viele rufen. Doch hilft das wirklich bei einem Quallenstich?

Nein, sagt Michaela-Alexandra Banzhaf, Inhaberin einer Apotheke in Timmendorfer Strand. Sie empfiehlt im Apothekenmagazin „Baby und Familie“ stattdessen: „Mit Rasierschaum besprühen oder mit Sand bedecken und diese Schicht mit einer Plastikkarte (etwa Kunden- oder Girocard) abschaben.“ An deutschen Küsten haben die Rettungsschwimmer der Deutschen Lebensrettungs-Gesellschaft (DLRG) neben allem Nötigen zur Wunderversorgung oft auch Rasierschaum gegen Quallenverletzungen parat. Ein juckreizstillendes Kühlgel lindert anschließend den Schmerz und das Brennen. Auf keine Fall soll man die Wunde mit Wasser abspülen, rät Banzhaf. Bei starken Schmerzen und Verbrennungen sollte man den Notarzt (112) rufen.

Zu den gefährlichen Exemplaren zählen Feuerquallen, wie die portugiesische Galeere. Wo man derzeit besonders vorsichtig sein sollte, zeigt das folgende Video:

Was bei einem Sonnenbrand zu tun ist

Quallenstiche sind aber nicht die einzigen Verletzungen, die man sich an einem Strandtag zuziehen kann. Wer sich zum Beispiel zu lange ohne ausreichenden Schutz in der Sonne aufhält, kann einen Sonnenbrand bekommen. Die Deutsche Apotheker Zeitung empfiehlt in solch einem Fall, die betroffenen Stellen zu kühlen, zum Beispiel mit Wasser und Thermalsprays. Danach sollte man wasserhaltige Lotions und Gels verwenden. Aber auf keinen Fall Wund- und Heilsalbe: Diese Präparate behindern die Wärmeabgabe und verstärken so die Entzündungsreaktion.

Vorsicht beim Sonnenstich

Von einem Sonnenstich spricht man, wenn man zu viel Sonne auf Kopf und Nacken abbekommen hat. Betroffene müssen sich oft übergeben, klagen über Kopfschmerzen und haben Ohrgeräusche. Die Apotheken-Umschau rät, den Patienten sofort aus der Sonne zu holen und seinen Kopf mit feuchten, kühlen Tüchern oder einer kalten Dusche zu kühlen. Man sollte dem Betroffenen etwas zu trinken geben, am besten Wasser oder Apfelschorle. Bei starkem Erbrechen oder apathischen Zuständen sollten Sonnenstichpatienten auf jeden Fall in ein Krankenhaus gehen oder sogar den Notarzt verständigen – denn es könnte sich um einen Hitzschlag handeln. Quälen den Patienten starke Kopfschmerzen, hilft ein Schmerzmittel – sofern aus ärztlicher Sicht nichts dagegen spricht. Auf jeden Fall ist Bettruhe angesagt, bis die Symptome nachlassen, rät die Apotheken-Umschau.

Spitz und Schmerzhaft: Der Seeigel

Die Tierchen mit den langen spitzen Stacheln gehören genauso wie Quallen nicht zu den beliebtesten Badebegleiter. Wer nicht mit ihnen gerechnet hat und drauf tritt, sollte die Stachelteile mit einer Pinzette entfernen. Aber Achtung: „Den Stachel nicht selbst herausziehen! Das muss ein Arzt übernehmen“, betont die Expertin im Apothekenmagazin „Baby und Familie“. Dieser behandelt die Wunde mit schmerzlindernden, entzündungshemmenden Medikamenten und frischt bei Bedarf den Tetanus-Schutz auf.

Schnitt- und Schürfwunden gut desinfizieren

Einmal kurz nicht aufgepasst und schon hat man sich an scharfkantigen Muscheln oder Steinen geschnitten. Das Apothekenmagazin „Baby und Familie“ rät dazu, die Wunde ausbluten und beim Rettungsschwimmer desinfizieren zu lassen. Und was tun bei Schürfwunden? Am besten mit Trinkwasser ausspülen, desinfizieren und ein Pflaster darauf kleben. Verletzte sollten aufpassen, dass kein Sand in die Wunde kommt, fügt die Expertin hinzu.

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