Vereinsvorsitzende Sabine Schäfer-Gold, der Leiter der Kunstschule, Albrecht Weckmann, und Bürgermeister Andreas Koch hätscheln das neue Wahrzeichen. Foto: Otto H. Häusser

Für die Künstler der Filder hat gestern eine neue Ära begonnen: Die neuen Räume in der Marktpassage wurdenmit einer Vernissage eröffnet.

Filderstadt-Bonlanden - Nun können sie aufatmen. Die Künstler der Filder haben wieder ein Domizil. Vor mehr als einem Jahr mussten sie überraschend aus der Städtischen Galerie im Bürgerzentrum Bernhausen ausziehen. Der Brandschutz war dort nicht gewährleistet. Dies wurde von der Verwaltung von heute auf morgen festgestellt und trotz laufender Ausstellung der sofortige Auszug angeordnet.

Der Brandschutz behinderte die Suche

Die Suche nach einer neuen Bleibe sei nicht einfach gewesen, erzählte Bürgermeister Andreas Koch gestern bei der Eröffnung der neuen Räume in der Bonländer Marktpassage. „Auch dabei hat der Brandschutz wieder eine große Rolle gespielt“, sagte er. Schließlich habe sich das Angebot auf vier Standorte reduziert. In Frage gekommen seien der frühere Tengelmann-Laden in Sielmingen, Räume bei der Galerie Domberger in Plattenhardt, ein Umbau des Bürgerzentrums in Bernhausen und der schließlich gewählte Standort in der Bonländer Marktpassage, wo sich früher die Kneipe Cheers befand.

Nach dem Spruch „Fünf bleiben, eins werden“, der für das Stadtentwicklungskonzept gewählt wurde, sei es egal gewesen, wohin die Städtische Galerie ziehen sollte, erklärte Koch. Auch Bonlanden sei deshalb dafür geeignet. Die neuen Räume, die für rund 20 000 Euro im Jahr angemietet wurden, seien barrierefrei und deshalb gut zu erreichen. Sie böten sich außerdem auch für andere Veranstaltungen als Ausstellungen an. Ein integriertes Café schaffe neue Möglichkeiten.

„Hier kann ein Ort für die Kunst entstehen“, sagte der Leiter der Kunstschule, Albrecht Weckmann. Es habe vieler Arbeit bedurft, bis die neue Galerie gefunden worden sei, sagte auch er. Weckmann erinnerte an ein Kunstwerk von Wolfgang Scherieble, das vor Ort ausgestellt ist. In einer Truhe hat er die Kellersituation der früheren Galerie festgehalten.

„Der Aufbruch ist zur Realität geworden“

Das Werk wurde von ihm mit „Aufbruch“ betitelt. „Dieser Aufbruch ist nun zur Realität geworden“, sagte Weckmann, obwohl der Künstler eigentlich mit seinem Werk auf eine Verbesserung des früheren Standorts durch neue Beleuchtung und Stellwände hinwirken habe wollen.

„Es ist kaum zu glauben, dass sich alles in Wohlgefallen aufgelöst hat und hier eine fast perfekte Ausstellung zur Einweihung der Galerie hängt“, sagte Sabine Schäfer-Gold, die Vorsitzende der Künstler der Filder. 46 Künstler würden unter dem Titel „Blickwechsel“ ihre Werke zeigen.

Schäfer-Gold wies die rund 150 Besucher auch auf die Plastik-Kuh hin, die künftig die Künstler der Filder begleiten soll, und auf die Abkürzung des Vereins, Kü(h)Fi, hinweist. Sie war mit einem Umzug am Samstag von der Kunstschule in Plattenhardt nach Bonlanden zur Galerie gebracht worden. Dort soll sie immer dann vor der Tür stehen, wenn die neuen Räume geöffnet sind. Zum Abschluss der Vernissage spielte das KGB-Quartett.

AusstellungDie Werke aus der Reihe „Blickwechsel“ können zu folgenden Zeiten in der Galerie, Bonländer Hauptstraße 32/1, besichtigt werden: donnerstags von 11 bis 12.30 Uhr, freitags von 15 bis 18 Uhr und sonntags von 11 bis 17 Uhr. Die Ausstellung ist bis 29. April zu sehen.
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