Vier unterschiedlich eingerichtete Kreißsäle bietet das neue Ludwigsburger Frauen-Kind-Zentrum Foto: factum/Granville

Zwei Jahre lang wurde gebaut, rund 30 Millionen Euro hat das Gebäude gekostet: Das neue Frauen-Kind-Zentrum soll ein Aushängeschild des Klinikums sein.

Ludwigsburg - Es gab Jahre, da musste man sich um den Berufsstand von Wolfgang Heyl ein klein wenig sorgen. Die Zahl der Geburten in Deutschland sank, der Landkreis machte da keine Ausnahme. Inzwischen ist das anders: Seit rund fünf Jahren haben Heyl, der Chefarzt der Ludwigsburger Frauenklinik, und seine Kollegen wieder gut zu tun. Im vergangenen Jahr kamen im Klinikum gut 2500 Kinder zur Welt, rund 200 mehr als 2015. In diesem Jahr könnten es noch mehr werden – und seit Freitag sind die äußeren Bedingungen dafür noch besser.

Rund 30 Millionen Euro hat das neue Frauen-Kind-Zentrum gekostet, das in der letzten freien Baulücke, entlang der Posilipostraße, entstand. Zweieinhalb Jahre haben die Arbeiter dafür gebraucht. Das ovale Gebäude ist gewissermaßen das neue Aushängeschild des Klinikums, ist es doch das erste, das die Klinikbesucher sehen.

Der Landrat Rainer Haas als Aufsichtsratschef der Regionalen Klinikenholding sieht in den neuen Räumen „ein Mutter-Kind-Zentrum ersten Ranges, auch bundesweit“. Für die Staatssekretärin Bärbl Mielich, deren Sozialministerium rund 17,7 Millionen zur Finanzierung beigesteuert hat, bietet das Haus „höchstmögliche Sicherheit und Entspannung“ für werdende Mütter. Die Landesregierung arbeite überdies derzeit daran, die Situation für Hebammen zu verbessern, denn: „Es gibt zu wenige, viele Stellen sind offen.“ Neben der Infrastruktur müsse eben auch die pflegerische Versorgung stimmen.

Mehr als 2500 Babys kamen 2016 in Ludwigsburg zur Welt

In Ludwigsburg arbeiten zurzeit 29 Geburtshelferinnen, vier Kreißsäle sind in dem neuen Zentrum untergebracht. Ausgestattet mit verschiedenen Möglichkeiten für die Geburt, etwa Wannen oder Tüchern. „Viele wollen ihre Kinder in einer aufrechten Position zur Welt bringen“, erklärt die Leitende Hebamme Anja Tieg.

Zudem gibt es auf den rund 6000 Quadratmetern des Zentrums eine neonatologische Intensivstation mit 33 Betten, eine Wöchnerinnenstation mit 39 Betten; die gynäkologische Station bietet ebenfalls Platz für 39 Patientinnen. Auch für die Versorgung von Frühchen steht modernste Technik zur Verfügung, in der sogenannten Giraffe werden Frühgeborene mit Atemluft und Wärme versorgt, dazu ständig überwacht. Früh bedeutet dabei sehr früh: Bereits nach der 23. Schwangerschaftswoche, mit rund 400 Gramm, kamen Babys im Klinikum Ludwigsburg schon zur Welt.

Besonders ist in dem Neubau auch das Sicherheitssystem: Um die Neugeborenen und werdende Mütter besser zu schützen, hängen Videokameras an allen zentralen Punkt, zudem öffnen sich die Türen nur für Berechtigte.

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