Georg Volkert (rechts) ist im Alter von 74 Jahren gestorben. Foto: dpa/Werner Baum

Georg Volkert ist im Alter von 74 Jahren gestorben. Der Ex-Nationalspieler verbrachte die meiste Zeit als Profi in Nürnberg und beim HSV – trug aber auch das Trikot des VfB Stuttgart.

Hamburg - Er galt als einer der besten Bundesliga-Stürmer seiner Zeit und feierte vor allem mit dem Hamburger SV in den 70er und mit dem 1. FC Nürnberg Ende der 60er Jahre große Erfolge: Am Sonntag ist Georg Volkert im Alter von 74 Jahren „im Kreise seiner Familie“ gestorben, wie der HSV am Montag mitteilte. Auch der Club aus Nürnberg würdigte seinen Meister-Spieler, der FC St. Pauli twitterte über seinen Ex-Manager. Zuerst hatte mopo.de über den Tod von Volkert berichtet.

Er galt in seiner aktiven Zeit als lauf- und schussstarker Dribbler. Und er konnte mit beiden Füßen gleich stark schießen. Von 1965 bis 1981 absolvierte er in der Bundesliga 410 Spiele für den 1. FC Nürnberg, den HSV und denn VfB Stuttgart und erzielte 125 Treffer, allein 62 davon für den HSV. In der Bundesliga war er zudem einer der treffsichersten Elfmeterschützen.

„Schorsch“ war der entscheidende Mann

Mit Nürnberg wurde Volkert 1968 deutscher Meister. Nach zwei Jahren beim FC Zürich kam er 1971 zum HSV und hatte maßgeblichen Anteil an dessen Aufschwung. Unter Trainer Kuno Klötzer gewann er 1976 den DFB-Pokal und 1977 den Europacup der Pokalsieger.

Beim 2:0-Finalerfolg gegen den RSC Anderlecht war „Schorsch“ der entscheidende Mann, als er zehn Minuten vor Schluss per Elfmeter den Führungstreffer erzielte. Kurz vor dem Ende gab er die Vorlage zum 2:0 durch Felix Magath. „Dieser Empfang damals in Hamburg war Wahnsinn. Absoluter Ausnahmezustand“, erinnerte sich Volkert später einmal. „So etwas vergisst du niemals!“

Vizemeisterschaft mit dem VfB Stuttgart

Volkert wechselte 1978 zum VfB Stuttgart. Gleich in seiner ersten Bundesliga-Saison im Trikot mit dem roten Brustring gelangen ihm in 33 Bundesliga-Spielen 14 Treffer – und der VfB feierte am Ende der Saison gar die Vizemeisterschaft. Nach insgesamt 78 Pflichtspieleinsätzen wechselte Volkert im Jahr 1980 wieder zum 1. FC Nürnberg.

Dort ließ der zwölfmalige Nationalspieler (zwei Tore) und gebürtige Franke seine Profi-Karriere ausklingen. Nach einigen Jahren als Spieler bei Amateurvereinen startete er eine Manager-Laufbahn im Fußball: Von 1986 bis 1990 beim FC St. Pauli, danach ein Jahr beim HSV, von 1991 bis 1996 beim VfB Lübeck - von 1996 bis zum 12. Dezember 1998 war er erneut beim 1. FC Nürnberg tätig. Anschließend kümmerte er sich um seine Sportagentur in seiner Geburtsstadt Ansbach.

Für seine Leistungen wurde Volkert geehrt. 2010 wurde sein Fußabdruck auf dem HSV-„Walk of Fame“ am Volksparkstadion verewigt. Vor einem Jahr erhielt er den Bayerischen Verdienstorden aus der Hand von Bayerns Ministerpräsidenten und Nürnberg-Fan Markus Söder (CSU). In den vergangenen Jahren hatte Volkert aber auch mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen. 2017 erlitt er einen Herzinfarkt.

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