Mit einem Kran musste das DRK-Auto im Januar aus dem Neckar gehievt werden. Nun wird Anklage gegen den mutmaßlichen Täter erhoben. Foto: SDMG

Im Januar versenkte ein Unbekannter einen Einsatzwagen des Roten Kreuzes in Ludwigbsurg im Neckar. Nun hat die Polizei einen Verdächtigen ermittelt – der nicht nur einmal zugeschlagen haben soll.

Ludwigsburg - Das Rätsel um einen Kommandowagen des Roten Kreuzes (DRK), den ein Einbrecher im Januar gestohlen und wenig später im Neckar versenkt hatte, scheint gelöst – zumindest zum Teil.

Wie die Stuttgarter Staatsanwaltschaft bestätigt, hat sie inzwischen Anklage gegen einen Mann aus Ludwigsburg erhoben. Er soll in die DRK-Geschäftsstelle eingebrochen sein und dort verschiedene Wertgegenstände gestohlen haben, darunter ein Schlüsselmäppchen. Warum der Mann, der keinen Führerschein besitzt, dann mit dem Auto davonfuhr und den Wagen schließlich in der Nähe des Freibads im Stadtteil Hoheneck im Fluss versenkte, sei aber nach wie vor unklar, sagt Jan Holzner, Sprecher der Staatsanwaltschaft.

Die Ermittler werfen dem Mann neben dem Fahren ohne Führerschein auch gewerbsmäßigen Diebstahl vor, denn der Einbruch beim DRK war nicht die erste Straftat des Ludwigsburgers. Er soll außerdem in eine Physiotherapiepraxis eingestiegen sein und dort die Räume nach Wertvollem durchsucht haben. Auf ihn wartet deshalb ein Verfahren vor dem Amtsgericht.

Großer Aufwand, geringe Beute

Bei dem Einbruch in die Geschäftsstelle des DRK im Januar hatte der Täter großen Aufwand betrieben, mehrere Räume verwüstet und sogar einen Tresor ausgebaut. Die Beute blieb, neben dem Auto, gering: Es befand sich nur ein geringer Geldbetrag in dem Sicherheitsschrank, vor allem Münzgeld habe der Mann erbeutet, sagt Holzner.

Für Aufsehen hatte der Fall gesorgt, weil Passanten zwei Tage nach der Tat Reifenspuren entdeckten, die direkt in den Neckar führten. Taucher der Polizei fanden nach zweistündiger Suche im eiskalten Fluss schließlich den Kommandowagen, den ein Kran aus dem Fluss hievte.

Die Kosten für die Bergungsaktion habe seine Organisation bislang bezahlt, sagt der DRK-Sprecher Arnim Bauer. Das Auto sei nicht mehr benutzbar, es habe sich allerdings auch um ein älteres Modell gehandelt. Als Konsequenz aus dem Vorfall seien die Sicherheitsvorkehrungen in der Geschäftsstelle verstärkt worden.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: