OB Fritz Kuhn spricht beim CSD-Empfang im Rathaus. Foto: Lichtgut/Ferdinando Iannone

Die Regenbogen-Community der Stadt hat sich am Freitagabend auf dem Empfang zum Christopher-Street-Day getroffen. Dabei betonte OB Fritz Kuhn, es sei vieles erreicht worden. Nun müsse aber jenen eine Absage erteilt werden, die die Zeit zurückdrehen wollten.

Stuttgart - Im vierten Stock des Rathauses herrscht am Freitagabend buntes Treiben. Zwischen Infoständen tummelt sich bereits vor der offiziellen Eröffnung des CSD-Programms politische Prominenz. Andreas Winter, Fraktionsvorsitzender der Grünen im Gemeinderat, und Linken-Stadträtin Laura Halding-Hoppenheit unterhalten sich angeregt. „Die Community fühlt sich hier in der Stadt heimisch“, betont Christoph Michl von der IG Christopher-Street-Day (CSD).

Akzeptanz bleibt wichtig

Dennoch steht das Thema Akzeptanz weiterhin auf der Tagesordnung. Vieles habe sich verbessert, hält OB Fritz Kuhn fest. Nun gelte es, all jenen eine klare Absage zu erteilen, die die Zeit zurückdrehen wollten. Bärbl Mielich, Staatssekretärin im Landessozialministerium, erinnert daran, wie rasch die Freiheit der 20er-Jahre durch die Repressionen des Nationalsozialismus verdrängt wurde. Es gelte, ähnlichen Tendenzen entgegenzutreten. Klare Worte finden auch die Intendanten der Württembergischen Staatstheater, die Teil der „Schirmherrschaft der Vielen“ sind – kultureller Institutionen, die den CSD in diesem Jahr unterstützen.

Motto: Mut zur Freiheit

Heinrich (87) ist seit 50 Jahren mit seinem Partner liiert. „Wir hatten nie Schwierigkeiten“, überlegt er. „Unsere Hetero-Freunde haben uns akzeptiert, ohne dass das Wort ,schwul‘ überhaupt fiel.“ Den CSD, der in Stuttgart seit 40 Jahren gefeiert wird, findet er dennoch wichtig. Als Fest der „Lebens- und Liebesentwürfe“, wie es Viktor Schoner, Intendant der Staatsoper Stuttgart ausdrückt und im Zeichen des aktuellen Mottos des CSD: Mut zur Freiheit.

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