Mittlerweile hat sich die Situation vor der Altenburgschule etwas entspannt – den Schülerlotsen und Schulweghelfern sei Dank. Foto: Lichtgut/Verena Ecker

Seit den Vorfällen im Januar ist es an der Altenburgschule ruhiger geworden. Die beiden Verfahren gegen Autofahrer, die sich im Umgang mit Schülerlotsen nicht gerade mit Ruhm bekleckert haben, sind mittlerweile eingestellt worden.

Hallschlag - Wenn es Autofahrer mal wieder eilig haben: Immer wieder kommt es morgens vor Schulen zu Situationen, die manch ein Beobachter als Verkehrschaos oder Wild-West-Szenen beschreiben würde. Da wird direkt vor der Schule im Halteverbot geparkt oder einfach mitten auf der Straße. Bei diesen Manövern sind in der Vergangenheit immer wieder Kinder und Lehrer in Gefahr geraten – so zum Beispiel auch an der Altenburgschule im Hallschlag.

Schulleitung und Elternbeirat wollten ein Zeichen setzen. Einige Mütter und Väter ließen sich zu Schulweghelfern ausbilden und einige Mädchen und Buben zu Schülerlotsen. Doch zu wesentlich mehr Sicherheit konnten die freiwilligen Helfer zu Beginn ihrer Tätigkeit Mitte Dezember vergangenen Jahres erst einmal nicht beitragen. An einem frühen Januarmorgen kam es zu zwei Zwischenfällen, die eine Anzeige nach sich zogen (wir berichteten). Zunächst sei eine Fahrerin eines schwarzen Wagens bedrohlich nah zu einem der Schülerlotsen aufgefahren und habe ihn mit hektischen Handbewegungen aufgefordert, von der Straße zu gehen, schilderte der Elternbeiratsvorsitzende Alexander Böhle die Geschehnisse gegenüber unserer Zeitung. Dabei hätten die beiden Siebtklässler gerade mit reflektierender Warnweste und Kelle die Straße blockiert, um die anderen Kinder sicher über die Straße zu lassen. Zudem sei ein anderer Fahrer eines schwarzen Audis einfach an der Kelle des Schülerlotsens vorbeigefahren und habe den Jungen dabei mit seinem Außenspiegel gestreift. Die Schüler hatten sich die Kennzeichen gemerkt.

Ein Zebrastreifen soll dennoch her

Mittlerweile ist das Verfahren gegen die beiden Fahrzeuglenker allerdings eingestellt, wie Pressestaatsanwalt Jan Holzner auf Nachfrage sagt. Im ersten Fall habe die Fahrzeuglenkerin per Handzeichen signalisiert, dass die Straße freizumachen sei. „Das ist noch keine Nötigung“, erklärt Holzner. Im anderen Fall habe der Autofahrer zwar den Oberarm des Schülerlotsen am Vorbeifahren leicht berührt, eine Körperverletzung liege aber nicht vor. Da dies zudem im Schritttempo passiert sei, handle es sich auch um keine Straßenverkehrsgefährdung. „Die Aktion war zwar verkehrswidrig, aber kein rücksichtsloser und grober Verstoß“, erklärt der Pressestaatsanwalt. Straftaten seien das keine – eher Ordnungswidrigkeiten. Und dafür sei die Stadt Stuttgart zuständig, deshalb habe man die beiden Fälle abgegeben. Die Leiterin des Amtes für öffentliche Ordnung, Dorothea Koller, bestätigt den Vorgang: „Beide Verfahren sind aber aktuell bei der Bußgeldstelle noch in Bearbeitung.“

Derzeit ist es an der Altenburgschule glücklicher Weise ruhiger geworden, sagt die Vorsitzende des Stuttgarter Gesamtelternbeirats und Grünen-Bezirksbeirätin Kathrin Grix. Das könne an der veränderten Einteilung der Schulweghelfer und Schülerlotsen liegen. Seitdem die erwachsenen Helfer direkt an der Ecke Auf der Altenburg/Offenburger Straße stehen und die Schüler direkt vor der Einrichtung habe sich die Situation entspannt. Das sieht auch Alexander Böhe, der Elternbeiratsvorsitzende der Altenburgschule, so: „Es ist eine klare Verbesserung eingetreten und kein Vergleich mehr zu früher.“ Dennoch hat er noch einen Wunsch an die Stadt: Ein Zebrastreifen soll her. „Wenn nicht bei uns, wo sonst?“, fragt er. Doch Dorothea Koller macht ihm keine großen Hoffnungen: „Ein Zebrastreifen wird bei einem Fußgängeraufkommen von 100 bis 150 in der Spitzenstunde und gleichzeitig 400 bis 600 Fahrzeugen empfohlen. Das wird vor der Altenburgschule aber auch in der Spitzenstunde bei weitem nicht erreicht.“

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