Auch in Stuttgart beteiligten sich die Kaufhäuser am Black Friday. Foto: Lichtgut/Achim Zweygarth

Viele Händler in der City machen beim Black Friday mit. Die Bilanz fällt gemischt aus. Die Namen für die Aktion gehen aber wild durcheinander und das hat einen Grund.

Stuttgart - Als Schnäppchenjäger kann der Stuttgarter im globalen Vergleich noch keinen Spitzenplatz behaupten. Das jedenfalls ist beim Black Friday (Schwarzen Freitag), dem Tag der sensationellen Rabatte von 20 bis sogar 70 Prozent, klar geworden. Da waren beim sonnigen Start in den Tag die Plätze im Freien vor dem Königsbau erst mal verlockender als die tollen Angebote in den Geschäften und da ließ es sich auf der Königstraße noch ohne Andrang flanieren. Also kein Vergleich mit den USA und China. Denn kaum ist von New York bis Los Angeles der Puter vom Thanksgiving Dinner verdaut, stürmt der Amerikaner am Morgen des Black Friday zielsicher die Geschäfte. Er hat dafür ja auch ein langes Wochenende. Und in China brachte jüngst der Chinese Single Day dem Online-Unternehmer Alibaba Milliarden ein.

„Wir sind zufrieden, aber nicht glücklich“, redet Christoph Achenbach, Sprecher des Arbeitskreises City und Chef von Lederwaren Acker, Klartext. Fürs Glück müssten die Umsätze noch zulegen, auch wenn sie mit Rabatten bis zu 50 Prozent erkauft sind. Diese Aktion mitzumachen, sei aber eine Selbstverständlichkeit gewesen: „Die Kunden“, so Achenbach, „haben schon Anfang der Woche gefragt, ob wir einen Black Friday veranstalten. Jetzt wollen wir ein Gespür dafür bekommen, wie der Kunde reagiert.“ Da auch bei Handtaschen Mode-Trends gelten und die Frühjahrsware bald ausgeliefert wird, sei diese Aktion auch eine Art Schlussverkauf. Und auf jeden Fall der Start ins Weihnachtsgeschäft.

Aus Black Friday wird Pink Friday

Mit dem Stichwort Schlussverkauf beschreibt auch Thomas Benedetti, Geschäftsführer von Galeria Kaufhof, Kundenfrequenz und Umsätze: „So viel wie erhofft und mehr als erwartet, eben wie einst im Ausverkauf.“ Dafür habe man sich aber auch besondere Attraktionen einfallen lassen: Neben den Rabatten noch auf Stunden limitierte Schnäppchen und Knüller wie Handtaschen, Jacken, Küchenzubehör oder Pflegeprodukte zum Pauschalpreis.

Der große Ansturm kommt wohl eher am Samstag. Denn der Black Friday, der bisher nur vereinzelt zelebriert wurde, zum Beispiel von Galeria Kaufhof, aber noch nie so viel Aufsehen wie in diesem Jahr machte und flächendeckend die City beherrscht, ist ja keine Eintagsfliege. Die Ausdehnung auf den Samstag, 25. November, ist eine Selbstverständlichkeit, in nicht wenigen Geschäften wird noch ein so genannter Cyber Montag drangehängt oder sogar eine Cyber Week angekündigt. Was das auch immer bedeuten mag, denn bei den Namen herrscht sowieso ein wildes Durcheinander. Das hat seinen Grund, wie Achenbach erklärt: „Der Name Black Friday ist geschützt, daher muss dafür Lizenz bezahlt werden.“ Wer das nicht will, weicht aus: Auf Pink Friday, auf einen Fantasienamen wie Black Fri-Yay, auf Black Deal oder Shopping Friday. Egal. Was zählt, sind allein die Schnäppchen mit möglichst hohen Rabatten.

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