Kindergärten werden immer wieder von Einbrechern heimgesucht. Foto: Jacqueline Fritsch

In Stuttgart haben zwei Kindergärten ungebetenen Besuch bekommen. Was sind das für Täter?

Stuttgart - Erzieherinnen und Erzieher, aufgepasst: Kaffeekassen und elektronische Geräte sollten sicher verschlossen werden. Offenbar nehmen Einbrecher die Kindergärten und Tagesstätten nach längerer Pause wieder ins Visier. Die Täter fühlen sich ungestört, und ganz offensichtlich finden sie bei ihren Touren durchaus lohnenswerte Beute.

So war ein Eindringling in der Nacht zum Dienstag in einem Kindergarten im Gebiet Lerchenheide in Bad Cannstatt zugange. „Dabei wurde ein Fenster aufgehebelt, um ins Gebäude zu gelangen“, sagt Polizeisprecher Tobias Tomaszewski. In den Räumlichkeiten brachen der oder die Täter mehrere Türen auf. Am Ende verschwanden etwas Bargeld, zwei Laptops und ein Beamer im Wert von mehreren Hundert Euro.

Zwei neue Tatorte an Ortsrandlage

Die Tat wurde am Dienstag um 8.25 Uhr entdeckt. Der Tatort ist relativ abgelegen. Andere Kindergärten im nahe gelegenen Wohngebiet Geiger bleiben unbeachtet. Auf das Merkmal Ortsrandlage trifft auch der zweite Einbruch in dieser Nacht zu – nur zwei Kilometer Fußweg vom ersten Tatort entfernt.

Der oder die Einbrecher suchten eine Kindertageseinrichtung in der Lotharstraße im Stadtteil Luginsland heim – als Tatzeit nennt die Polizei Montag, 16.10 Uhr, bis Dienstag, 7.15 Uhr. „In diesem Fall sind die Täter über ein Toilettenfenster in das Gebäude eingedrungen“, sagt Polizeisprecher Tobias Tomaszewski. Auch hier war ein tragbarer Rechner im Wert von mehreren Hundert Euro die Beute. Dabei wurde auch eine Flasche Wein in einem Büro nicht verschmäht.

Lange Zeit sind Kindergärten in Stuttgart verschont geblieben – der letzte Fall fand zum Jahreswechsel statt. Am Europaplatz im Stadtteil Fasanenhof und in der Schrozberger Straße in Zuffenhausen hatten die Täter über die Weihnachtsferien Bargeld mitgehen lassen.

Täter auf dem Wickeltisch

Die Aufklärungsquote ist relativ gering. Die Täter, wenn sie denn erwischt werden, sind zumeist Wohnsitzlose oder Jugendliche. Im Oktober 2019 wurde ein 30-Jähriger in der Don-Carlos-Straße in Vaihingen von der Polizei auf frischer Tat festgenommen. Im Juni 2019 ging ein polizeibekannter 17-Jähriger in der Memeler Straße in Mühlhausen ins Netz.

Die ungewöhnlichste Festnahme eines Kindergarteneinbrechersgab es allerdings in Renningen (Kreis Böblingen). Als eine Mitarbeiterin einer Kinderkrippe im Oktober 2019 die Tür aufschloss, entdeckte sie einen Einbrecher. Der 34-Jährige war aber keine Gefahr. Der Mann schlief im Drogenrausch auf einem Wickeltisch.

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