Beim Arbeiten im Oskar-Frech-Seebad haben sich Tim Schneider (l.) und Robin Bellmann kennengelernt. Foto: Gottfried Stoppel

Zwei Schorndorfer erfüllen sich einen Traum und reisen mit Auto, Fahrrad, Zug und Flugzeug nach Nepal. Sie verbinden ihr Abenteuer auf der Expedition Humanity mit einer Spendenaktion für arme Kinder in Nepal und im Rems-Murr-Kreis.

Schorndorf - Vier Jahre ist es her, da waren Robin Bellmann und Tim Schneider kurz davor, ihr Traumreiseziel Nepal zu erreichen. Doch dann verpassten die beiden jungen Männer in Istanbul ihren Anschlussflug. Zum Glück, muss man im Nachhinein sagen: Sie entkamen damit knapp dem schweren Erdbeben, das am nächsten Morgen weite Teile des kleinen Landes im Himalaya zerstörte.

Seitdem sind die beiden, die sich beim Arbeiten im Schorndorfer Oskar-Frech-Bad kennengelernt haben, viel mit dem Rucksack auf dem Rücken durch die Welt gereist: Sie waren zusammen in Israel und Palästina, in Marokko, auf Jamaika, in Laos und Thailand. „Aber unsere Nepalreise ist immer ein unverwirklichter Traum geblieben“, sagt Robin Bellmann. Dieses Jahr soll es nun klappen, „sonst machen wir es wahrscheinlich nie.“ Er selbst beendet im Sommer sein Referendariat an der Gemeinschaftsschule im Bildungszentrum Weissacher Tal, sein Reisepartner Tim Schneider seine Zeit bei der Bundeswehr.

Die Rucksackreise führt durch zwölf Länder

Ende August wollen der 26- und 24-Jährige losfahren: Mit einem Kleinbus soll es über den Balkan, über die Türkei, durch Länder wie Aserbaidschan bis in den Iran gehen. Die Vereinigten Arabischen Emirate und den Oman wollen die beiden dann mit dem Fahrrad durchqueren, bevor es mit dem Flugzeug nach Indien geht. Theoretisch könnte man auch ausschließlich über Land reisen, aber gegen diese Route haben sie sich entschieden, weil ihnen die Lage in Pakistan zu unsicher ist. „Durch Indien wollen wir dann mit öffentlichen Verkehrsmitteln reisen, das wird wahrscheinlich der unkomfortabelste Abschnitt“, sagt Robin Bellmann und lacht. Sechs Monate sind für die Reise durch insgesamt zwölf Länder eingeplant, zum Abschluss in Nepal soll dann noch die Familie dazukommen.

Die Traumreise wird mit einer Spendenaktion für arme Kinder verbunden

Dort haben Tim Schneider und Robin Bellmann vor allem ein Ziel: Sie wollen die Waisenhäuser des Vereins „Haus der Hoffnung – Hilfe für Nepal“ in Kathmandu besuchen, der von einer Schwäbisch Gmünderin geführt wird. Schon bei ihrem ersten Anlauf hatten sie die Idee, ihren Trip mit dem Sammeln von Spenden zu verbinden – um anderen etwas Gutes zu tun, während sie selbst sich einen Traum verwirklichen. Bei der Recherche sind sie auf den Verein gestoßen, der von Ellen Dietrich aus Schwäbisch Gmünd gegründet worden ist.

Dieses Mal wollen sie sich nicht nur für Kinder und Jugendliche in Nepal, sondern auch für Kinder und Jugendliche in der Heimat einsetzen. „Es erscheint uns logisch, dass unsere Reise eine Verbindung zwischen zwei Projekten ist“, sagt Bellmann. Deswegen werden die gesammelten Spenden zwischen den Waisenhäusern in Nepal und dem Verein Kinderreich Rems-Murr aufgeteilt. Schon gut 5000 Euro sind zusammengekommen – weil Mitarbeiter des Oskar-Frech-Bades ihre Überstunden gespendet haben, weil es Trampolinkurse zugunsten der Aktion gab , einen Spendenbasar an der Gemeinschaftsschule und vieles mehr. 10 000 Euro sind das Ziel.

Auf der Expedition Humanity stehen die Menschen im Mittelpunkt

„Expedition Humanity“, Expedition Menschlichkeit nennen sie ihre Reise. Allerdings nicht nur wegen der Spendenaktion. Sie wollen auf ihrem Trip nicht nur viele Länder, sondern auch die jeweiligen Bewohner kennenlernen und das Zwischenmenschliche in den Fokus stellen: „Ich möchte wissen, was die Menschen für Träume und Wünsche haben und möchte das gerne filmerisch, fotografisch und schriftlich dokumentieren“, sagt Robin Bellmann. Auf welche Länder er sich besonders freut? „Auf den Iran. Ich möchte die Vorurteile gerne mit dem vergleichen, wie es wirklich aussieht. Sehr neugierig bin ich auch auf Indien“, sagt er. Während sein Reisegefährte danach noch weiterzieht, will er nach Hause, um das gesammelte Material zu verwerten: „Vielleicht schaffe ich es, einen Dokumentarfilm zu machen.“

Wer die Expedition Humanity unterstützen möchte, kann zum Beispiel am 16. März beim 24-Stunden-Schwimmen im Oskar-Frech-Bad teilnehmen. Der Erlös kommt der Spendenaktion zugute.

Weitere Infos gibt es im Internet

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