Umdrehen, Geld reinwerfen: Das soll am Trevi-Brunnen Glück bringen. Foto: AP

Bürgermeisterin von Rom gibt klein bei: Das Geld aus dem Trevi-Brunnen soll nach heftigen Protesten nun doch unbürokratisch an die Caritas gehen.

Rom - Zurückrudern ist eine Trendsportart in der italienischen Politik. Auch Roms Bürgermeisterin Virginia Raggi kennt sich damit bestens aus. „Vergangenen Dezember haben wir einen Schriftsatz der Stadtverwaltung verabschiedet – der aber leider missinterpretiert wurde“, sagte die Bürgermeisterin von der Fünf-Sterne-Bewegung nun der Vatikan-Zeitung „L’Osservatore Romano“. In diesem Schriftsatz wird eine Abmachung quasi aufgekündigt, die die Stadt Rom mit der hiesigen Caritas seit nunmehr 18 Jahren hat: Die Münzen, die Rom-Besucher im Wunsch, einmal wieder in die ewige Stadt zurückzukehren, über ihre Schulter in den berühmten Trevi-Brunnen werfen, gehen in Gänze an den katholischen Wohlfahrtsverband.

Dabei handelt es sich um einen wahren Schatz: von 1,5 Millionen Euro jährlich ist die Rede. Mit dem Geld finanziert die Caritas mehr als 50 Sozialeinrichtungen und 145 Anlaufstellen für Arme in den katholischen Pfarreien. Diese Vereinbarung gilt nun aber nur noch bis zum 1. April. Von da an sollte das Geld an die Stadt gehen, die dieses für unterschiedliche soziale Projekte, aber auch für die Instandhaltung von Kulturgütern nutzen wollte.

Der Schriftsatz aus dem Rathaus löste eine Protestewelle aus

Sowohl die Caritas, als auch etliche Politiker und Bürger hatten ihrem Ärger über diese Entscheidung in den sozialen Netzwerken Luft gemacht. „Die vielen Reaktionen haben Bürgermeisterin Raggi dazu bewogen, die Entscheidung noch einmal zu überarbeiten“, heißt es nun auf der Facebookseite der Caritas Rom. „Wir danken allen, die ihr Vertrauen in uns ausgedrückt haben für die Unterstützung.“

„Die Caritas und alle Menschen, die deren Hilfe in Anspruch nehmen, können unbesorgt sein“, so Virgina Raggi. Sie garantiere, dass ihre Stadtverwaltung die Zuwendungen nicht verringern werde. Ganz im Gegenteil. Auch das Geld aus den anderen Brunnen Roms, immerhin weitere 200 000 Euro, würden in Zukunft an den Wohlfahrtsverband gehen.

Die einzige Änderung: Der städtische Wasserversorger, der die Münzen einsammelt, soll diese künftig auch waschen, zählen und einzahlen – eine Arbeit, die bisher Ehrenamtliche übernommen hatten. Dann werde das Geld, das damit auf den Konten der Stadt landet, an die Caritas weitergeleitet. „Niemand hat je daran gedacht, das Geld der Caritas wegzunehmen“, meinte Bürgermeisterin Raggi. Seit Oktober 2017 waren immer wieder Pläne der Stadt laut geworden, den Brunnen-Schatz von Rom anders zu verteilen. Gut, dass dieses „Missverständnis“ nun geklärt ist.

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