Nachdem im Blick Solitude ein Wasserschaden aufgetreten war, wurden auch Mängel beim Brandschutz festgestellt. Foto: Archiv Ströbele

Fachleute prüfen, was am ehemaligen Vereinsheim saniert werden muss und zu welchem Preis. Die Vereine, die den Saal seit Jahresbeginn nutzen, suchen händeringend nach neuen Räumen.

Weilimdorf - Seit mehr als einer Woche ist das ehemalige Vereinsheim der Sportgemeinde Weilimdorf (SGW) geschlossen. Das rund 30 Jahre alte Gebäude, das zum Jahresbeginn von der Stadt aufgekauft worden war, um den Sportverein vor einer Insolvenz zu bewahren, darf nicht mehr genutzt werden (wir berichteten). Der Grund sind Mängel beim Brandschutz.

Mängelbericht lag laut Amt bereits seit Frühjahr 2011 vor

Laut dem Leiter des Amts für Liegenschaften und Wohnen, Thomas Zügel, sind unter anderem die Kabelführungen und Elektroinstallationen im Flur und Treppenraum mangelhaft. Außerdem fehlen Brandschutztüren. „Weitere Mängel haben sich bei der Funktionsprüfung der technischen Anlagen im Gastronomiebereich ergeben“, lautet die schriftliche Erklärung seitens des Amtes. Vor dem Kauf des rund 800 Quadratmeter großen Gebäudes habe es mehrere Ortsbesichtigungen gegeben. „Die Mängel im Bereich des Brandschutzes waren nicht ersichtlich, zumal von den Vertretern der SG Weilimdorf stets der gute Zustand des Objekts hervorgehoben wurde.“ Dem Verein habe jedoch bereits seit Frühjahr 2011 ein Bericht über Mängel beim Brandschutz vorgelegen, der allerdings erst auf Anforderung im Juli 2013 nachgereicht worden sei.

Dem widerspricht der SGW-Vorsitzende Jürgen Diercks. Vor dem Verkauf habe mit Vertretern der Stadt eine Begehung des Gebäudes stattgefunden, bei der auch die fehlerhaften Kabelführungen gezeigt worden seien. Auf Mängel in der Deckenverkleidung habe nicht hingewiesen werden können, da der Verein hiervon selbst keine Kenntnis gehabt habe. Diercks weist ferner darauf hin, dass die Stadt ohnehin nur die Hälfte des im Jahr 2008 geschätzten Gebäudewertes gezahlt habe.

Vereine suchen händeringend nach Ersatzräumen

Zum weiteren Vorgehen hält sich das Liegenschaftsamt bedeckt. Ein Bausachverständiger werde zeitnah untersuchen, wie aufwendig eine Sanierung wäre und wie hoch die damit verbundenen Kosten liegen würden. Wann ein Ergebnis dieser Untersuchungen zu erwarten ist, könne derzeit noch nicht gesagt werden. Auch die Frage, ob danach ein Abriss in Erwägung gezogen wird, um an Ort und Stelle eine neue Kindertagesstätte zu errichten oder Räume für das Gemeinwesen zu realisieren, kann derzeit nicht beantwortet werden.

Die Vereine, die den Saal seit Jahresbeginn nutzen konnten, suchen händeringend nach neuen Räumen. Auch die Ringer, Tänzer und Judokas der SGW waren dort untergebracht. Seit mehr als einer Woche fallen die Kurse aus, da noch keine Ausweichquartiere gefunden werden konnten. Zusätzlich erschwert die Lage, dass derzeit einige Turnhallen im Bezirk saniert werden. Außerdem sei Weilimdorf ohnehin schlecht mit Sportstätten ausgestattet, moniert Diercks. Immerhin habe die Tanz-Abteilung Glück: Sie kann den Gemeindesaal der Oswaldkirche nutzen. Andere Abteilungen müssten eventuell nach Gerlingen, Ditzingen oder Korntal ausweichen.

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