Bei Air Canada werden nun nicht mehr „Damen und Herren“ begrüßt. Foto: dpa/Ted S. Warren

Passagiere der Fluggesellschaft Air Canada werden fortan nicht mehr als „Damen und Herren“ an Bord willkommen geheißen. Stattdessen soll eine genderneutrale Begrüßung dafür sorgen, dass sich die Gäste ausnahmslos wohlfühlen.

Stuttgart - Menschen, die sich nicht zu 100 Prozent als Mann oder Frau identifizieren, stoßen in immer mehr Lebensbereichen auf Akzeptanz. So gibt es bereits genderfluide Puppen, genderneutrale Emojis und auch bekannte Persönlichkeiten aus verschiedenen Branchen gehen offen mit dem Thema Genderidentität um. Die Fluggesellschaft Air Canada hat einen weiteren Schritt in der Genderdebatte gemacht.

Laut einem Artikel der kanadischen Medienplattform CTV News Montreal sollen Gäste an Bord zukünftig nicht mehr als „Damen und Herren“ begrüßt werden. Stattdessen werden sie mit „everyone“ beziehungsweise dem französischen „tout le monde“, also in etwa „Hallo zusammen“, angesprochen.

Alle Mitarbeiter und Reisende sollen sich wohl fühlen

Laut Air Canada wolle man sicherstellen, dass sich alle Mitarbeiter sowie Reisenden wohl und respektiert fühlen, heißt es in dem Bericht weiter. Die Airline wurde 2019 als einer von „Canada’s Best Diversity Employers“ ausgezeichnet. Ein Titel, der Arbeitgeber ausmacht, die besonders viel Wert auf Diversität legen.

In der Debatte um Gendergerechtigkeit finden sich allerdings auch kritische Stimmen. Beispielsweise startete der Verein Deutsche Sprache und 100 Erstunterzeichner aus Wissenschaft, Medien, Kultur einen „Aufruf zum Widerstand“ gegen geschlechtergerechte Sprache. Nach der Initiative sei diese ein „zerstörerischer Eingriff in die Sprache“.

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