Foto: Pascal Thiel

Im Strohgäu ist das Wohnen besonders teuer. Der Ditzinger Mietspiegel gibt darüber Auskunft. Er soll nun angepasst werden.

Ditzingen - Der Wohnraum ist knapp, die Arbeitsplätze nah, die Anbindung an den Öffentlichen Personennahverkehr dank Bussen, Stadt- und S-Bahn-Stationen ist gegeben. Dass alles sind Komponenten, die den Wohnraum verknappen und damit die Preise für Immobilien und Mieten in der Vergangenheit wie auch jetzt noch in die Höhe trieben. Ditzingen nimmt seit jeher auch bundesweit einen Spitzenplatz ein. Dabei hatte die Stadt lange keinen Mietspiegel, den man für Preisvergleiche heranziehen konnte. Das wurde erst 2013 anders. Damals hatten die Ditzinger einen eigenen Mietspiegel herausgebracht. Jetzt soll er fortgeschrieben werden.

Lange hatten Stadt, Mietervereine sowie Haus- und Grundbesitzerverein die Vermieter für die Festlegung von Mieten auf den Fellbacher Mietspiegel verwiesen. Der Ditzinger Oberbürgermeister Michael Makurath vermutete deshalb, dass die Ditzinger Platzierung beim Ranking der Nähe zu den Fellbacher Mietpreisen geschuldet war. Der grundsätzlich zulässige Verweis auf den Mietspiegel einer anderen Stadt schien der Ditzinger Verwaltung zwar bisher der richtige Weg zu sein und mit Fellbach war eine vergleichbare Kommune gefunden. Schließlich würden Stuttgart, Ludwigsburg, Esslingen und Waiblingen noch weniger vergleichbar sein.

Weil es dennoch Unterschiede zu Fellbach gebe, sei die Situation aber „nicht befriedigend“, argumentierte die Verwaltung, als sie dem Gemeinderat dann doch vorschlug, einen eigenen Mietspiegel zu erstellen. Sie begründete dies mit den mündlich geäußerten Zweifeln des Amtsgerichts Ludwigsburg an dieser Praxis. Es sei fraglich, wie lange das Amts­gericht diese Handhabung noch gutheiße, argumentierte die Verwaltung.

Eigener Mietspiegel seit 2013

Eigener Mietspiegel seit 2013

Auf Vorschlag der Verwaltung entschied das Gremium daraufhin, einen einfachen, also keinen qualifizierten Mietspiegel erstellen zu lassen. Der 2013 erstmals veröffentlichte Mietspiegel war zwei Jahre gültig, wurde daraufhin auf weitere zwei Jahre bis Ende März 2017 fortgeschrieben. Nun muss er abermals aktualisiert werden.

Nach einem Personalwechsel in der Rathausverwaltung war die Fortschreibung allerdings nicht zur jüngsten Sitzungsrunde fertiggestellt. Sie wird nun im Juli diskutiert. Eine Pflicht zur Anpassung dieses Mietspiegels existiere ohnehin nicht, teilt die Verwaltung mit. Nach dem Gesetz soll er jedoch jeweils im Abstand von zwei Jahren der Marktentwicklung angepasst werden. Als Beleg vor Gericht ist er allerdings – wenn überhaupt – nur noch eingeschränkt verwendbar.

Detailfragen müssen noch geklärt werden

Der Ditzinger Mietspiegel wird - mit Abschlägen – auf Basis des Stuttgarters fortgeschrieben. Die Kommune hat das Statistische Amt der Landeshauptstadt damit beauftragt, den Preisabstand zwischen beiden Kommunen zu berechnen. Details werden mit dem Mieterbund, dem Mieterverein, dem Verein Haus und Grund Strohgäu sowie dem Haus-, Wohnungs- und Grundeigentümerverein Ludwigsburg geklärt.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: