Landwirt Dieter Weinmann liefert seine Salate, Kohl und Kartoffeln an den Großhandel, aber auch an hiesige Läden. Foto: Caroline Holowiecki

Der Landwirt Dieter Weinmann aus Bernhausen liefert Gemüse an örtliche Rewe-Märkte. Er ist einer von über 2000 Erzeugern bundesweit, die mit der Kette kooperieren.

Bernhausen - Der Nebel ist noch nicht komplett von den Feldern rund um Bernhausen abgezogen, da ist der Salat schon so gut wie abgeerntet. Eine Handvoll Männer schneidet Kopfsalat, Lollo rosso und all die anderen Sorten über dem Boden ab, setzt das taufrische Blattgemüse in Kisten und die auf den Anhänger des Traktors. „Wir waschen sie, und dann liefern wir sie“, sagt Dieter Weinmann, der Betreiber des Köllerhofs zwischen Bernhausen und Sielmingen. Weit kommen werden viele der Salate allerdings nicht. Luftlinie einen Kilometer werden sie zurücklegen. Direkt in die Gemüseabteilung von René Güntner. Er betreibt neben den Rewe-Filialen im Echterdinger Ortskern und in Bonlanden auch das Geschäft in Bernhausen an der Karlstraße.

Frischer geht es kaum

Der Landwirt und der Kaufmann kooperieren schon seit Jahren. Salate, Kohlsorten oder Kartoffeln kommen dreimal pro Woche per Hauslieferung. Das Ganze klappe ohne Vertrag und auf Zuruf, bestätigen die Geschäftspartner. Am Abend zuvor gehe die Bestellung ein, morgens werde der Van gepackt und losgeschickt. Selbst für spontane Nachbestellungen am selben Tag sei man zu haben, sagt Beate Weinmann.

„Frischer geht es nicht“, findet René Güntner. Er kooperiert auch mit dem Keltenhof aus Bernhausen. Das hat für ihn Vorteile, wie er sagt. Die kurzen Wege und die unkomplizierte Abwicklung kämen ihm entgegen, und finanziell spare er sich den Zwischenhändler. Die Ware komme zudem in deutlich weniger Plastikverpackung an. „Das regt die Leute zunehmend auf“, weiß der Umweltminister des Landes, Franz Untersteller, der sich am Dienstagmorgen vor Ort über die Zusammenarbeit informierte. Auch für Dieter Weinmann, der ansonsten seine Produkte an den Großhandel, an die Gastronomie sowie wenige kleinere Läden liefert, ist das Modell ein Glücksfall. „Es ist ein weiteres Standbein.“

Kunden wollen wissen, wo ihr Gemüse herkommt

Dieter Weinmann ist längst nicht der einzige Landwirt, der mit der Handelskette zusammenarbeitet. Stephan Weist, bei Rewe als Brand-Manager fürs Regionale zuständig, spricht von weit über 2000 kleinen Erzeugern in ganz Deutschland, die sich am Modell nach dem Motto „Lokalität nebenan“ beteiligen und bis zu 15 Märkte beliefern. Die Spanne reiche vom Forellenzüchter bis zum Imker. Tendenz steigend, „da ist so eine Dynamik drin“, stellt Stephan Weist klar. Sogenannte Lokalitätsbeauftragte seien speziell dafür zuständig, derartige Kollaborationen anzubahnen, bei der Abwicklung zu unterstützen oder auch Infoveranstaltungen auszurichten. „Rewe ist selbst genossenschaftlich organisiert. Wir leben von lokaler Verwurzelung“, sagt er.

Viel mehr noch ist aber die Regionalität ein „Differenzierungsmerkmal“, betont Stephan Weist. „Auf Basis der ganzen Globalisierungsdiskussion ist das ein klarer Anker“, sagt er. Produkte von nebenan erweckten bei den Kunden Vertrauen. René Güntner bestätigt das. „Die Leute fragen danach“, sagt er, deswegen bewerbe er gerade die Waren vom Bauern ums Eck offensiv. „Das ist stark gewünscht“, sagt er, „die Kunden wollen die kurzen Wege und wissen, wo es herkommt“.

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