Heimkind Keno und Komissar Bukows Sohn Samuel verstecken sich in einem Schuppen in Polen vor der Polizei. Foto: NDR Presse und Information

Im Polizeiruf „Kindeswohl“ versinken die Kommissare König und Bukow aus Rostock im Behördensumpf um kriminielle, verhaltensauffällige Jugendliche. Diese Folge ist traurig und trostlos, aber trotzdem sehenswert, lautet unser Fazit.

Stuttgart - Die Handlung in zwei Sätzen Heimkind Keno will seinen verzweifelten Halbruder aus einer Pflegefamilie in Polen retten. Mit Bukows Sohn Samuel begibt er sich auf einen kriminellen Feldzug und schreckt vor nichts zurück.

Zahl der Leichen zwei

Der Hintergrund Der Polizeiruf kreist um verhaltensauffällige Jugendliche und den behördlichen Umgang mit schwer erziehbaren Jugendlichen. Tatsächlich sind deutsche Jugendämter durch die steigende Zahl der Inobhutnahmen von Kindern und Jugendlichen überfordert und suchen Entlastung durch private Träger. Man könnte auch von Kinderhandel sprechen.

Starker Auftritt Keno alias Junis Marlon überzeugt mit seinem ruppig-kalten Spiel. Sein berechnender Zorn und seine panische Getriebenheit sind abstoßend und nachvollziehbar zugleich. Lars Jessen (Buch Regie) und Christina Sothmann (Buch) gelingt es, die Innensicht des hoffnungslosen Keno begreifbar zu machen.

Nervig Die Katerstimmung zwischen den Kommissaren König und Bukow. Und die persönliche Verwicklung von Kommissar Bukow in den Fall. Hätte die Geschichte gar nicht nötig gehabt.

Überzeugend Die dichte Handlung des Polizeirufs ist teilweise verwirrend, spitzt sich aber logisch zu. Am Ende nimmt die Dramatik noch einmal Fahrt auf als sich das ganze Ausmaß an Trostlosigkeit offenbart.

Unser Fazit Nichts für schwache Nerven und einen ausgeprägten Hang zum Humor. Dieser Polizeiruf ist traurig und trostlos, gelacht wird nie. Trotzdem sehenswert.

Spannung Note 2 ; Logik Note 1

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