Nachher – vorher: um den Unterschied deutlich zu machen ist beim Beleuchtungs-Testlauf nur die linke Seite der Nordfassade von Schloss Filseck illuminiert worden.  Foto: Horst Rudel

Nach der zweiten Probe für die Fassadenbeleuchtung soll die Illumination der Nordseite des runderneuerten Gebäudes bis April umgesetzt werden. Auch sonst sind die Umbau- und Sanierungsarbeiten auf der Zielgeraden.

Uhingen - Was von Weitem betrachtet gut aussieht, entpuppt sich bei näherem Hinsehen manchmal als Enttäuschung. Beim ersten Testlauf für die künftige Illumination von Schloss Filseck vor einigen Wochen war es genau umgekehrt. Wirkte die Beleuchtung direkt vor Ort betrachtet noch ausgesprochen gelungen, wollte es aus der Distanz gesehen einfach nicht passen. Eine zweite Probe fand jetzt allerdings umfassende Zustimmung.

Die zweite Probe fand bei den Mitgliedern des Kuratoriums und des Stiftungsrats sowie des Vereins Musik auf Schloss Filseck und des Fördervereins ungeteilte Zustimmung. „Bei wichtigen Dingen, und als solche sehen wir dieses Lichtkonzept, versuchen wir möglichst viele der Beteiligten einzubinden“, nannte Thomas Wolf, der Geschäftsführer der Schloss-Filseck-Stiftung der Göppinger Kreissparkasse, den Grund für den immensen Aufwand.

Der zweite Test verläuft zur allgemeinen Zufriedenheit

Weil der erste Test nicht das erwünschte Resultat gebracht hatte, wurde für den zweiten Versuch der Lichtplaner Franz Herold mit ins Boot geholt. Zusammen mit dem Architekten Norbert Behringer sorgte er nicht nur dafür, dass die Fassade von unten her dezent angestrahlt wird. Gemeinsam tüftelten die beiden auch aus, wie das Dach des Schlosses sparsam, aber vollständig ausgeleuchtet werden kann.

Der Kuratoriumsvorsitzende Dieter Hundt fand die Illumination des Gebäudes „sehr gelungen“. Besonders gefiel dem früheren Arbeitgeberpräsidenten, „dass das Gebäude dadurch eine weitere Dimension bekommt“. Und in der Tat wird das Filseck in Zukunft bei Nacht so aussehen, als verfüge es im Hintergrund über eine zweite ausladende Ebene, fast so, wie es bei englischen Schlössern üblich ist. Werner Litz, der Geschäftsführer des Fördervereins, erklärte schlicht: „Jetzt sieht’s richtig gut aus.“ Und Dorothee Kraus-Prause vom Stiftungsrat freute sich, „dass es nicht zu hell ist“.

Bis April soll die Illumination fertig sein

Dass das fein herausgeputzte Schatzkästchen künftig auch des Nachts kein Schattendasein mehr führen soll, darin waren sich die Verantwortlichen schon seit Langem einig. „Es geht ja nicht an, dass hier auf der B 10 Tag für Tag unzählige Autos vorbeifahren und niemand sieht richtig, was da oben steht“, betonte Thomas Wolf. Übertreiben habe man es aber ebenfalls nicht wollen, fügte er hinzu. „Ich finde, dass es in dieser Form ein stimmiges Bild abgibt“, ergänzte Alfred Tomaschko, der das Gesamtprojekt Filseck vorantreibt.

Der Lichtplaner und der Architekt erläuterten im Anschluss weitere Details und stellten den Zeitplan bis zur endgültigen Fertigstellung vor. So seien für den Test lediglich ein Drittel der letztlich 15 Leuchtkörper zum Einsatz gekommen. „Wesentlich heller wird es letztlich aber nicht, sondern nur gleichmäßiger“, sagte Franz Herold. „Und die Hauben der beiden Türme sollen noch ein wenig akzentuiert werden“, fuhr Norbert Behringer fort. Gesteuert werden könne die An- und Abschaltung mittels einer astronomischen Uhr. „Zudem lässt sich die Beleuchtung im Bedarfsfall dimmen“, trat er Befürchtungen entgegen, dass es letztlich doch ein Tick zu viel sein könnte. „Alles in allem benötigen wir lediglich ein Kilowatt Strom, um das Konzept umzusetzen“, freute sich Thomas Wolf. Apropos Umsetzung: von April an soll Schloss Filseck in voller Pracht erstrahlen.

Die Neugestaltung nähert sich ihrer endgültigen Form

Ein altehrwürdiges Gebäude wie Schloss Fils­eck herauszuputzen ist immer mit Unwägbarkeiten verbunden. Inzwischen aber sind die Arbeiten, nachdem denkmal- und brandschutzrechtliche Belange geklärt werden konnten, weit fortgeschritten. Die Durchbrüche zur Anbindung des Biergartens an die neue Schlossschänke sind gemacht. Deren Ausstattung ist bestellt, so dass der Betrieb voraussichtlich Ende Mai aufgenommen werden kann. Auf dem Schloss gibt es dann an jedem Wochentag ein gastronomisches Angebot.

Auch in den künftigen Ausstellungsräumen im ersten Stock und in der neuen Info-Stelle wird fleißig gewerkelt. Schon im Juni soll dort die erste Schau der Göppinger Kunsthalle eröffnet werden. Und das Besucherzentrum wird weit mehr bieten als nur aktuelle Informationen. So sollen dort auch Fundstücke gezeigt und soll die historische Entwicklung des Schlosses dargestellt werden. Eine Multivisionsschau wird das Angebot abrunden. Fertig gestellt wird bis Jahresende ein größerer Veranstaltungsraum im Dachgeschoss.

Der Landschaftspark nimmt nach und nach ebenfalls Form an. Die Städte Göppingen und Uhingen werden in den nächsten Monaten, die sogenannten „Orte“ und die Wege dorthin anlegen. Wann der Landschaftspark Schloss Filseck offiziell eröffnet wird, ist allerdings noch offen.

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