Die Freiburger Gründer bringen Musik in die Höhle der Löwen. Foto: TVNOW / Bernd-Michael Maurer

Bei der Vox-Gründersendung präsentierten zwei Baden-Württemberger ihr Spiel – eine Art Memory für die Ohren. Mit „Klang2“ konnten sie sich auch einen Deal sichern, allerdings nicht zu den ursprünglich gewünschten Konditionen.

Freiburg - „Wir bringen Musik in Ihren nächsten Spieleabend.“ Mit diesem Satz preisen Adrian Rennertz (33) und Sebastian Oberlin (39) ihr Produkt „Klang2“ (gesprochen: „Klangquadrat“) den Investoren an. Rennertz ist Programmierer und Medienkünstler, Oberlin Geigenbauer. Seit 2018 arbeiten die beiden Freiburger an dem Spiel, dass auch als Memory für die Ohren bezeichnet werden kann. In der Vox-Sendung „Die Höhle der Löwen“ am Montagabend wollten sie nun einen der Löwen als Investor für sich gewinnen.

Grundlegend besteht das Spiel aus einer App und einigen Holzplättchen. In diesen befindet sich jeweils ein NFC-Tag, der von den Smartphones gelesen werden kann und es ihnen ermöglicht, Töne abzuspielen. Das Ziel ist es, wie beim klassischen Memory, die beiden zueinander passenden Töne zu finden. Im Moment gibt es für „Klang2“ fünf verschiedene Spielmodi, die in der App auswählbar sind. Dazu gehören unter anderem Klassik, bei dem man zwei Teile eines Musikstücks zusammenführen muss, Länder und Hauptstädte, sowie Tiergeräusche. Der Kaufpreis des Spiels beträgt 89 Euro, die Produktionskosten liegen bei 30 Euro. Laut eigenen Angaben, kommen die beiden Gründer mit den Bestellungen kaum noch hinterher. In diesem Jahr seien bisher etwa 45o Produkte über ihren Webshop gekauft worden.

Gemischte Reaktion der Jury

„Unsere Passion ist es Bildung, musikalische Bildung, Allgemeinbildung so mit Spaß zu verbinden, dass man eigentlich gar nicht spürt, dass man lernt“, sagt Rennertz vor dem Auftritt. Um diese Passion mit noch mehr Menschen zu teilen und ihr Unternehmen auszubauen, sind die Gründer bereit einen Kapitalanteil von zehn Prozent an ihrem Unternehmen für 150.000 Euro abzugeben. Das Konzept und die Idee des Produkts fand bei den Löwen großen Anklang, einige Dinge gefielen ihnen allerdings nicht.

Das lag vor allem daran, dass die beiden Gründer die genauen Zahlen und Pläne ihres Unternehmens nicht vortragen konnten. Außerdem sahen die Investoren den ausgerechneten Wert von „Klang2“ als deutlich zu hoch an. „Als Unternehmer müssen Sie ihre Zahlen kennen“, meinte Investorin Dagmar Wöhl. Auch Ralf Dümmel lehnte einen Deal ab: „Großes Kompliment für die Idee, kein Kompliment für eure Firmenbewertung.“

Deal oder doch kein Deal?

Lediglich einer der Löwen machte den Freiburgern ein Angebot. Nils Glagau wolle das Spiel unglaublich gerne auf dem Markt sehen und den Weg mit den Gründern gehen. Statt den zehn Prozent wolle er allerdings 33,3 Prozent der Firmenanteile für sein Geld. Als Grund dafür nannte er den nötigen großen Arbeitsaufwand seinerseits.

Nachdem sie kurz miteinander beratschlagten, boten die Freiburger 25 Prozent an, um weiterhin „das Sagen im Unternehmen zu haben.“ Glagau lehnte dies allerdings ab. Daraufhin nahmen die beiden Gründer den vorgeschlagenen Deal doch an. Nach dem Pitch bei den Löwen meinte Rennertz: „Er hat ja recht, wir sind keine Unternehmer. Wir sind Rock’n’Roller.“ Oberlin fügte hinzu: „Ich dachte in dem Moment an das Spiel. Es verdient diese Chance gesehen und kennengelernt zu werden und daher habe ich mein eigenes Interesse zurückgestellt.“

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