Wo sind die Süßigkeiten? Beim Mexikanischen Tag des Todes, der am Freitag im Stuttgarter Lindenmuseum gefeiert wurde, darf die Pinata nicht fehlen. Foto: Lichtgut/Julian Rettig

Im Linden-Museum ist der mexikanische Tag der Toten gefeiert worden – ein buntes Fest mit Musik, Tanz und reichlich Essen.

Stuttgart - Das Linden-Museum hat am Freitag zum Dia de los Muertos eingeladen. Der Tag der Toten ist einer der wichtigsten mexikanischen Feiertage, an dem die Seelen zu den Lebenden zurückkehren sollen – das Wiedersehen wird fröhlich mit Musik, Tanz und reichlich Essen gefeiert.

Entsprechend trubelig, laut und bunt geht es an diesem Freitag auch im Linden-Museum zu. Auf der Bühne stehen die mexikanischen Mariachi von Sol Azteca und spielen La Bamba und Guantanamera. Die Kids tanzen vor der Bühne, während die Älteren weiter hinten sitzen und mitklatschen. Zwischendurch zeigt die Tanzgruppe Adelitas Tapatías y sus Charros ihr Können.

Das Totenfest ist ein fröhliches Fest

Der Andrang ist an diesem Tag so groß, dass kurz vor 15 Uhr erst einmal Einlassstopp ist. Schon 2018 waren mehr als 1200 Besucher beim Dia de los Muertos, dieses Jahr könnten es noch mehr werden „Wir haben heute die besondere Situation, dass das Fest mit unserer Azteken-Ausstellung zusammenfällt“, erklärt sich Museums-Direktorin Inés de Castro das große Interesse. Dia de los Muertos sei ein wichtiger aztekischer Brauch. Wie alle anderen Mitarbeiter ist sie heute voll eingebunden und verkauft am Eingang Lose aus einer Box, die sie sich um den Hals gehängt hat.

„Wie viele Mexikaner sind heute da? 80 Prozent?“ sagt Gabriela Hernández und lacht. Die Mexikanerin ist aus Mexiko City und hilft in diesem Jahr zum ersten Mal mit. „Das Totenfest ist kein trauriger Tag. Wir erinnern uns an die Verstorbenen, tanzen zu Musik, die sie gerne mochten und kochen das Essen, das sie am liebsten gegessen haben“, sagt sie.

Aus der Pinata regnet es Süßigkeiten

Auch für die Kinder ist es ein schöner Tag. In kunterbunten Farben bemalen sie Totenköpfe aus Gips, makaber findet das heute niemand. „Die Kinder sind begeistert. Sie kommen spielerisch mit der Kultur in Berührung“, sagt Mike Schattschneider, Leiter der Museumspädagogik. Auch das Ende des Fests ist vor allem für die Kleinen ein Spektakel: die Pinata. Die hängt hoch oben in der Mitte des Raumes. Am Ende des Festes dürfen die Kids mit Stöcken darauf einschlagen – so lange bis die Pinata platzt und Süßigkeiten herunter regnen.

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