Das Preisträger-Projekt: die James-Simon-Galerie von David Chipperfield Architects Foto: Simon Menges

Der DAM-Preis 2020 geht an David Chipperfield Architects und die James-Simon-Galerie auf der Berliner Museumsinsel. Auch Stuttgarter Projekte und Büros waren bei dem renommierten Auszeichnungsverfahren vertreten.

Frankfurt/Main - Für den Neubau der James-Simon-Galerie auf der Berliner Museumsinsel erhält das Büro von David Chipperfield den Preis des Deutschen Architektur-Museums (DAM) 2020. Bei dem zentralen Eingangs- und Servicegebäude handle es sich um einen neuen, gelungenen Stadtbaustein, der mit großer Sorgfalt ins Ensemble der Museumsinsel mit Bauwerken wie der Alten Nationalgalerie oder dem Pergamonmuseum eingefügt worden sei, teilte das Museum in Frankfurt mit. Der DAM-Preis würdigt seit 2007 herausragende Bauten in Deutschland. Für den DAM-Preis 2020 hatte eine Jury unter dem Vorsitz von Stephan Schütz vom Vorjahressieger gmp – Architekten von Gerkan Marg und Partner unter 100 Nominierungen eine Shortlist mit 26 Projekten erstellt. Aus diesem Kreis wiederum wurden fünf Finalisten gewählt. In die Shortlist hatte es auch ein Stuttgarter Bau geschafft: der von Hippmann Architekten gestaltete Club Traube im Stuttgarter Osten.

Bis 10. Mai zeigt die Ausstellung „DAM Preis 2020. Die 26 besten Bauten in/aus Deutschland“ im Deutschen Architektur-Museum die Shortlist-Bauten inklusive des Preisträger-Projekts sowie drei bemerkenswerte von deutschen Büros im Ausland realisierte Bauten. Mit dabei: das in Stuttgart und Tübingen ansässige Büro Ackermann + Raff mit dem Magyizin Hospital in Magyizin, Myanmar.

Viele Projekte im ländlichen Raum

Das renommierte Auszeichnungsverfahren belegt, dass der Wohnungsbau nach wie vor eine dominierende Bauaufgabe darstellt - sowohl als Neubau wie auch als Weiterbau oder Umnutzung von Bestandsbauten. Auffallend viele Projekte des aktuellen Jahrgangs befinden sich im ländlichen Raum, wie der Wiederaufbau einer Hofstelle im Fränkischen, die Sanierung und Ergänzung einer Schlossanlage in Thüringen oder verschiedene Einfamilienhäuser illustrieren. Auch Mittelstädte liefern interessante Antworten auf drängende Bauaufgaben, wie etwa der Ersatz eines Bürohauses durch ein gemischt genutztes Ensemble in Bielefeld. Außerdem fielen hybrid genutzte Gebäude auf: die erste gewerbliche Baugruppe in Deutschland oder ein für und mit Geflüchteten umgebautes Wohnhaus in München, das zugleich gastronomischer Ort und Begegnungsstätte ist.

Das Deutsche Architektur Jahrbuch 2020, herausgegeben von Yorck Förster, Christina Gräwe und Peter Cachola Schmal, enthält ausführliche Besprechungen der Shortlist, der Finalisten und des Preisträgerprojekts (erschienen bei DOM publishers, 256 Seiten, 38 Euro).

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