Der Co-Vorsitzende des Vorstands der Deutschen Bank, Jürgen Fitschen (2.v.r.) Foto: dpa

Der Strafprozess gegen Banker der Deutschen Bank in München bleibt spannend. Der Richter hegt Zweifel an den Vorwürfen der Staatsanwaltschaft.

München - Im Strafprozess gegen fünf Top-Banker der Deutschen Bank wegen versuchten Betrugs im Fall Kirch hat der Richter Zweifel an den Vorwürfen der Staatsanwaltschaft geäußert. Bei der Verlesung eines Beweisantrags der Ankläger habe er sich beherrschen müssen, sagte der Vorsitzende Richter Peter Noll am Dienstag vor dem Landgericht München. „Ich habe innerlich mit der Stirn gerunzelt, aber meine Gesichtsmuskulatur unter Kontrolle.“

Gereizt über Äußerungen der Staatsanwältin

Auch auf eine Äußerung der Staatsanwältin Christiane Serini reagierte er sichtlich gereizt. Sie hatte dem ehemaligen Bankchef Josef Ackermann vorgeworfen, im Zusammenhang mit der Kirch-Pleite „von vorne bis hinten“ falsch vorgetragen zu haben. „Das sehe ich nach dieser Beweisaufnahme bisher nicht“, entgegnete Noll.

In dem Verfahren muss sich der amtierende Co-Chef der Deutschen Bank, Jürgen Fitschen, zusammen mit seinen Vorgängern Ackermann und Rolf Breuer sowie zwei Weiteren wegen versuchten Prozessbetrugs verantworten. Alle fünf haben nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft versucht, die Wahrheit über die Pleite der Kirch-Gruppe zu verschleiern und in einem Prozess um Schadenersatzforderungen des Medienunternehmers Leo Kirch zum Schutz der Deutschen Bank falsch ausgesagt. Die Angeklagten hatten die Vorwürfe zurückgewiesen.

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