Ein Mix aus offenen Regalen und geschlossenen Schubfächern zeichnet die Ankleide „Hangar“ von Designer Piero Lissoni aus. Vor den Wandpaneelen aus Lärchenholz wirkt die bunte Kleidung besonders elegant. Foto: Lema

Nur Hollywoodstars haben ein eigenes Zimmer für ihre Kleider, Schuhe und Taschen? Für viele ist der begehbare Kleiderschrank ein lang gehegter Traum und der Inbegriff von Luxus. Dabei lässt sich auch beinahe jede ungenutzte Ecke zu einer Ankleide umfunktionieren.

Die Einrichtungsprofis von architare wissen genau, worauf es bei der Gestaltung eines begehbaren Kleiderschranks ankommt.

Was bei der Planung beachtet werden sollte

Wie eine Wunderkammer wirkt das Innenleben eines begehbaren Kleiderschranks. Auszüge und Ablagen, Schubfächer und Spiegel – die Aufteilung lässt sich an individuelle Bedürfnisse anpassen. Vor der Planung steht die Analyse:

- Trage ich mehr Kleider und Röcke als Hosen? Dann sind mehr Kleiderstangen als Regale nötig.

- Wer häufig formelle Businessmode anzieht, freut sich über einen Krawattenauszug neben den Hemden.

- Handtaschen lassen sich auf Regalen mit Glasböden abstellen.

- Ein Kleiderlift - eine herunterziehbare Kleiderstange - garantiert, dass auch weiter oben aufgehängte Kleidung gut zu erreichen ist.

- Funktionelle Schubfächer bieten Stauraum für Wäsche, Socken, Tücher und Schmuck.

- Schuhe finden in einem schräg angelegten Schuhregal Platz.

Worauf es bei der Beleuchtung ankommt

Licht schafft Atmosphäre – auch im Kleiderschrank. Wer Dunkelblau und Schwarz unterscheiden will, muss aber auf die richtige Beleuchtung achten. Beleuchtete Einlegeböden bringen durch ein innenliegendes LED-Band, das in den Fachboden eingelassen wird, Licht ins Dunkel. Genauso gut lassen sich Stollen, Kleiderstangen und Schubfächer beleuchten.

Wichtig ist warmes Licht ohne Grünstich. Wer dunkle Farbnuancen liebt, sollte großen Wert auf eine extrahelle Beleuchtung legen, da diese das Licht nicht so stark reflektieren.

I-Tüpfelchen ist neben der Grundbeleuchtung eine zusätzliche Statement-Leuchte, etwa ein imposanter Lüster oder eine Designer-Leuchte.

Harmonische Farbgestaltung

Ist der begehbare Kleiderschrank vom Schlafzimmer aus zu sehen, sollte dieser auf das vorhandene Farbschema abgestimmt werden. So entsteht ein harmonisches Ambiente. Da durch gemusterte und farbenfrohe Kleidungsstücke schon genügend Abwechslung herrscht, sollten Korpus und Fronten einheitlich gehalten werden. Elegant wirkt ein dunkler Hintergrund.

Vor grauer Wandfarbe oder vor Hölzern wie Wenge oder Raucheiche wirken bunte Kleider und Accessoires eleganter. Vor Weiß stechen sie eher heraus.

Wer es puristisch mag, verbirgt seinen Schrankinhalt hinter Schiebetüren. Ob mit Holztönen und -maserungen, farbigen Lacktönen, mit Tapete, Dekorationsstoff oder dem Lieblingsmotiv versehen, der Gestaltung sind keine Grenzen gesetzt.

Ankleiden für kleine Räume

Es braucht nicht immer ein Extrazimmer, um sich einen begehbaren Kleiderschrank einrichten zu können. Auch scheinbar nutzlose, tote Ecken oder Dachschrägen lassen sich zu Stauraum umfunktionieren. Platzsparende Schiebetüren, hinter denen sich der Schrankinhalt verbirgt, sind eine optimale Alternative.

Mindestens 1,20 Meter Tiefe sollten eingeplant werden, um alles ordentlich zu verstauen. Ist das Schlafzimmer geräumig genug, entsteht durch einen Raumteiler wie eine Trennwand oder einen Paravent ein zusätzlicher Ankleidebereich.

Auch Schränke mit doppelseitiger Version trennen den Raum optisch und bieten zugleich Stauraum. Transparentes Glas bietet Einblicke, eine raffinierte Innenbeleuchtung setzt optische Akzente.

Die Kür: Diese Möbel und Accessoires geben der Ankleide Charakter

Wer gerne gut vorbereitet ist, stellt sich sein Lieblingsoutfit für den nächsten Tag schon am Abend vorher zusammen. Gute Dienste leistet dabei ein stummer Diener. Für das morgendliche Beauty-Ritual oder das Glamour-Make-up am Abend ist ein Schminktisch der beste Begleiter. Und ein Standspiegel für den letzten Check macht das Ankleidezimmer komplett.

Wer außerdem noch Platz für einen Sessel, ein Daybed oder wenigsten eine Pouf findet, kann sich nicht nur bequem die Schuhe anziehen, das Ankleidezimmer wird so auch zum kleinen Wohnzimmer.

Und nicht zuletzt: Schöne, einheitliche Kleiderbügel sind ein Muss. Ein Sammelsurium aus Draht- und Kunststoffbügeln dagegen macht die schönste Ordnung zunichte.

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