You-Tube-Koch Alexis Aïnouz: „Mit Spaß an der Sache bekommt jeder ein gutes Gericht zustande“ Foto: Alexis Ainouz

Nachwuchskoch Alexis Aïnouz will der französische Jamie Oliver werden. Mit Kochvideos auf You-Tube begeistert der 32-Jährige die internationale Kochvideoszene. Sein Kanal wurde bereits mehr als drei Millionen Mal aufgerufen.

Paris - Es sieht so einfach aus, wie Alexis Aïnouz im Handumdrehen eine Zitronen-Tarte mit Baiser-Haube fabriziert. Wie er ein Tatar zubereitet und dabei ein paar Witze einwirft, am liebsten über sich selbst. Wenn Alexis spricht, dann auf Englisch mit hinreißendem „frenchy“ Akzent. Denn er ist ein „französischer Typ, der kocht“ – ein „French Guy ­Cooking“. So nennt der 32-Jährige seinen Video-Kanal auf You Tube, mit dem er sich selbst zur Marke gemacht hat.

Dafür brauchte er nur seine kleine Pariser Küche, ein Faible für Essen, Kochen und Ausprobieren, ein verschmitztes Grinsen und etwas Know-how im Umgang mit den sozialen Netzwerken, dem Drehen und Schneiden von Videos. Was vor zweieinhalb Jahren als gewagte Idee eines jungen Mannes begann, der nicht mehr für eine Marketing-Agentur arbeiten, sondern sich mit seinem eigenen Start-up verwirklichen wollte, ist inzwischen zu einem rentablen Geschäftsmodell geworden. Heute kann Alexis Aïnouz von seinem selbst geschaffenen Job leben, weil ihm seine Bekanntheit in der internationalen Kochvideo-Szene mit 80 000 Abonnenten Partnerschaften mit Firmen wie Bosch oder der Pariser Kochschule Ferrandi eingebracht hat, die den fröhlichen „French Guy“ für Videos engagieren.

Zwei Kochvideos hat Aïnouz mit Jamie Oliver gedreht

Aïnouz kocht „mit dem Herzen statt mit der Waage“: Er misst mit Tassen ab, begnügt sich mit einer Grundausstattung an Küchengeräten und verwendet Standard-Produkte – Hauptsache, sie sind frisch, saisonal und regional. Mit Spaß an der Sache bekommt jeder ein tolles Gericht zustande, lautet die Botschaft von Alexis – der damit in den Spuren von Jamie Oliver wandelt.

Es war auch der britische Medien-Kochstar, der ihm den entscheidenden Anschub gab. Denn nach den zähen ersten Monaten kam der junge Franzose im Herbst 2013 bei einem Internet-Kochwettbewerb von Oliver in die Endauswahl mit fünf weiteren Hobby-Köchen. Zwar belegte Alexis mit seinem „Paris-Bangkok-Steak“ nur den dritten Platz. Aber die Zahl seiner Abonnenten sprang von 200 auf 1500 – und verzehnfachte sich erneut, als er in Jamie Olivers „Food Tube“-Netzwerk aufgenommen wurde und zwei Videos mit dem britischen Starkoch drehen durfte. Inzwischen zählt Aïnouz mehr als drei Millionen Klicks, jedes neue Video wird im Schnitt 30 000-mal angesehen, manche mehr als 100 000-mal. Die Videos basierten auf einem Skript, sind minutiös geplant. Dass dabei trotzdem alles ganz einfach aussieht – das ist das Grundrezept des French Guy Cooking.

Aïnouz’ You-Tube-Kanal: www.youtube.com/user/FrenchGuyCooking

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